Pagina-afbeeldingen
PDF
ePub

und Wesen wichtigkeit ist leen Mundartenden Laut pache nicht

[ocr errors]

zierung der xo.vn und der Stellung der biblischen Gräcität, endlich vom Ursprung und Wesen der noivý.

Von besonderer Wichtigkeit ist zunächst das dritte Kapitel, weil es uns zeigt, wie geringe Reste die alten Mundarten gelassen haben. So irrig es wäre, alle und jede Spuren der abweichenden Laut- oder Wortformen zu leugnen, so ergiebt sich doch, dass die Gemeinsprache nicht nur einen siegreichen, sondern geradezu einen aufreibenden Kampf geführt hat, und dass fast immer nur vereinzelte Wörter übriggeblieben sind, die ihrerseits gelegentlich die alten Grenzen überschritten haben und heute nun weit verbreitet sind, ähnlich wie die Wörter mit intervokalischem fim Romanischen. Ich will hier nur ruxa Wiege' hervorheben, das mit seinem -a deutlich dorisch ist, und das Thumb aus der Maina nachweist. Es muss auch den unteritalischen Griechen angehören oder angehört haben die Arbeit Morosis über Otranto und die älteren Pellegrinis sind mir nicht zur Hand, daher ich mich nicht bestimmt äussern kann), da es zweifellos die Grundlage von lecc., kal., siz, naca 'Wiege' ist, das mit Morosi Arch. glott. IV 40, D'Ovidio ebenda 407 auf navica zurückzuführen lautlich unmöglich ist, das noch weniger arab. qinaq sein kann, wie Scerbo meint, dessen Zusammenhang mit griech. vaxn ‘Vliess' übrigens schon Dorsa (Tradizione greco-latina nella Calabria citeriore) vermutet hatte, ohne freilich die Bedeutungsverschiebung zu erklären, über die jetzt Thumb S. 83 Anm. befriedigende Auskunft giebt.

Nicht weniger interessant ist das vierte Kapitel, und zwar auch darum, weil seine Ergebnisse doch im ganzen negative sind. Ja, ich habe sogar noch an dem wenigen einzelne Zweifel. Wenn i vor s + Kons. phrygisch sein soll, so ist doch i orgára in Cypern und Liwision kein sicherer Beweis, da ja im Lateinischen seit dem 2. Jahrhundert istrata, nicht strata gesprochen worden ist. Und wenn der Wandel von Tenuis zu Media nach Nasal ganz sicher kleinasiatischen Ursprungs ist, so möchte ich doch fragen, ob die Kontinuität dieser Erscheinung von Asien über Griechenland und Albanien bis an die Westküste des unteren Italiens, wo man ihr umbrische Grundlage zuschreibt, ein Zufall sei, und ob, wenn vom Westen und Osten unabhängig die Strömung ausging, nicht in dem europäischen Griechenland beide zusammengetroffen seien? Dass die nordgriechische Vokalreduktion auf einem fremden ethnologischen Substrate beruhe, gewinnt vielleicht durch den schon gelegentlich in dieser Zeitschrift (96, 474) damit in Verbindung gebrachten entsprechenden Vorgang im mazedonischen Rumänischen etwas an Wahrscheinlichkeit, dass aber mit der daraus resultierenden Accentintensität der Wandel von o, e zu u, i zusammenhänge, möchte ich füglich bezweifeln, da ich auf anderen Gebieten gerade bei schwachem Accente u, i, bei starkem ganz andere Erscheinungen wahrnehme.

Alle sprachwissenschaftlichen Fragen sind, sobald man sie etwas tiefer und weiter auffasst, sociologische, und das ist vielleicht einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen Sprachwissenschaft und Philologie. Am klarsten erhellt das aus dem letzten Kapitel, in dem nachzuweisen ver

sucht wird, dass die Grundlage der Gemeinsprache ein geläutertes Attisch mit namentlich lexikalisch starkem ionischem Einschlag gewesen ist. Gerade hier bieten sich viele Parallelen im Romanischen; die Entstehung der italienischen Schriftsprache in ihrem Verhältnis zum Vulgärflorentinischen; die Ausbreitung des Pariserischen, bis es zur vollen Herrschaft gelangte, kann Thumbs Thesen stützen und von den von ihm beobachteten Thatsachen Erläuterungen erfahren, so dass es verlockend wäre, etwas länger dabei zu verharren. Doch ist dazu hier nicht der Ort, wohl aber mögen noch ein paar Kleinigkeiten erwähnt werden, die für den Romanisten von Wert sind. S. 191 wird der Wandel von k vor e zu ť, č, ts besprochen und dabei Súrdre neben núxia aus einer Verfluchungstafel etwa vom Jahre 400 aus Rom und yusupov neben sú ugov als umgekehrte Schreibung erwähnt. “Diese Formen haben allerdings das Missliche, dass sie ebensogut Belege des lateinischen Lautwandels wie des griechischen sein können. Was die zweite betrifft, so scheint mir darin allerdings nichts weiter vorzuliegen als die sattsam bekannte Gleichwertigkeit von griech. Ś und lat. ge, j, dj, die in nfrz. jalous ja noch nachklingt. Dann kann auch Euzha mit allerdings auffälliger Verwechselung stimmlosen und stimmhaften Lautes tikla darstellen. -- Und zu der S. 193 f. besprochenen Aussprache des v als iu mag als vollgültiger Zeuge für die Sprache ágúa ergänzt werden, dessen romanische Entsprechungen ein apiua voraussetzen, s. Rom. Gr. I, S. 31.

Ob in seinen allgemeinen Sätzen und in den Einzelheiten Thumb durchweg recht behalten wird oder recht hat, ist eine Frage, die hier füglich unentschieden bleiben kann; auch wenn im Laufe der Zeit sich einzelnes anders darstellen sollte, bleiben die Grundlagen fest, und der Wert des Buches für die allgemeine Sprachwissenschaft, also für die Nichtgräcisten, kann dadurch nicht vermindert werden. Wien.

W. Meyer-Lübke.

Verzeichnis der vom 18. Februar bis zum 14. Mai 1902 bei der Redaktion

eingelaufenen Druckschriften.

Paulsen, F., Die deutschen Universitäten und das Universitätsstudium. Berlin, Asher, 1902. XII, 574 S.

Internationale Bibliographie und Kunstwissenschaft. Herausgeg. von Arthur L. Jellinek. 1, 1. April 1902. Berlin, Bebr. 34 S. Jährlich 6 Hefte, Preis 10 M. pro Jahr [1. Bibliographie, Lexika, neue Zeitschriften. II. Ästhetik, Kunstphilosophie, Kunstlehre. III. Kunstgeschichte: a) Allgemeines, b) Epochen und Länder, c) einzelne Städte, d) einzelne Künstler. IV. Baukunst. V. Skulptur. VI. Malerei. VII. Graphische Künste. VIII. Kunstgewerbe. IX. Verzeichnis der Reproduktionen).

Lange, K., Das Wesen der künstlerischen Erziehung. Ravensburg, 0. Maier, 1902. 35 S.

Avonianus, Dramatische Handwerkslehre. 2. umgearbeitete und vermehrte Auflage. Berlin, Walther, 1902. VII, 292 S. M. 5.

Hoffmann - Krayer, E., a. o. Professor an der Universität Basel, Die Volkskunde als Wissenschaft. Zürich, Amberger, 1902. 34 S. 8. M. 1.

Zeitschrift für österreichische Volkskunde. VIII, 1, 2 [M. Höfler, Das Lingerflossel. -- R. Haberlandt, Wohnort und Tracht im Montedenthal in Vorarlberg. -- E. Rupersdorfer, Sagen aus Klaffer und Umgebung in Oberösterreich. – St. Weigel, Haus- und Dorfanlagen im Kuhländchen. – J. Polek, Aus dem Volksleben der Zipser in der Bukowina. J. Merhar, Aus den Werkstätten der sagenschaffenden Volksphantasie. L. Mlynek, Der Martinsberg. – Mitteilungen, ethnographische Chronik, Litteratur).

The American journal of philology. XXII, 4, whole no. 88.

Periodische Blätter für Realienunterricht und Lehrmittelwesen, herausgegeben von der Gesellschaft ‘Lehrmittel-Centrale' in Wien, geleitet von R. Neumann in Brünn. 2. Auflage. Tetschen a. Elbe, Henckel. VI, 1; 1900. 44 S.

Cart, Th., A la recherche d'une langue internationale, Paris, Société nouv. de libr. et d'éd., 1902. 16 S. 8.

Touring-Club de France, Esperanto, langue internationale auxiliaire. Paris 1902. 20 S. 8.

Litteraturblatt für germanische und romanische Philologie. XXIII, 1-4, Januar - April 1902.

Mémoires de la Société néo-philologique à Helsingfors. III. Helsingfors, Hagelstam; Leipzig, Harassowitz; Paris, Welter, 1902. 576 S. 8 [U. Lindelöf, Die Handschrift Junius 27 der Bibliotheca Bodleiana. H. Palander, Der' französische Einfluss auf die deutsche Sprache. U. Lindelöf et A. Wallensköld, Les Chansons de Gautier d'Epinal, édition critique. J. Poirot, A propos de Victor Hugo. J. Runeberg, Le conte de l'IlePoisson. T. E. Karsten, Beiträge zur germanischen Wortkunde. W. Söderhjelm, Une vie de S. Quentin en vers français du moyen-âge. J. Poirot, Deux questions de phonétique française. M. Wasenius, Liste des travaux sur les langues et littératures modernes publiés par des auteurs finlandais ou parus en Finlande de 1897 à 1901).

Publications of the modern language association of America. XVII, 1 (E. C. Morris, On the date and composition of The Old law. - C. H. Grandgent, Cato and Elijah, a study in Dante. - E. S. Sheldon, Practical philology. — W. H. Carruth, Fate and guilt in Schiller's Die Braut von Messina).

Modern language notes. XVII, 2, Febr. [E. P. Hammond, The use of episode in the teaching of fiction. – H. P. Thieme, The development of Taine criticism since 1893. I. – A. J. Roberts, The sources of Romeo and Juliet. - W. L. Cross, An earlier Waverley. - Reviews etc.). 3, March (P. C. Hoyt, The 19. annual meeting of the Mod. lang. ass. of America. – H. P. Thieme, The development of Taine criticism since 1893. II. - D. B. Shumway, Notes on the life of M. Pfeffer. – M. Batt, Contributions to the history of English opinion of German, I. Gillies and The foreign quarterly review. – A. S. Napier, Notes on Sir Gawayne and the green knight. - Reviews etc.). --- 4, April (C. W. Eastman, The 7. annual meeting on the central division of the Mod. lang. association of America. - G. P. Krapp, Chaucer's Cavander. – J. S. Nollen, Heine and Wilhelm Müller. I. – A. S. Cook, Alfred's Soliloquies and Cynewulf's Christ. – J. W. Bright, Chaucer's Bees. - Reviews etc.).

Die neueren Sprachen ... herausgegeben von W. Vietor. IX, 9 [E. Haguenin, Discours d'ouverture du cours de langue et de littérature françaises modernes à l'université de Berlin, prononcé le 31. octobre 1901. Berichte. Besprechungen. Vermischtes). - 10 [Filip Ferdinand Kester, Deutsch-Amerikanisch. J. Lotsch, Die Reduplikation in der französischen Wortbildung. — Berichte. Besprechungen). -- X, 1 (G. Wendt, Auslandsstudium. K. Meyer, Racine und Saint-Cyr (I). J. Ackerknecht, Wie lehren wir die neuen Vereinfachungen des Französischen ? - Besprechungen. Vermischtes).

Schweizerisches Archiv für Volkskunde ... herausgeg. von Ed. Hoffmann-Krayer und Jules Jeanjaquet. VI, 1 (J. Volmar, Us et coutumes d'Estavayer. M. Höfler, St. Martini - Gebäck. A. Zindel - Kressig, Volkstümliches aus Sargans. V. Pellandini, Alcuni esempi di medicina popolare. Ders., Credenze popolari nel cantone Ticino. A. Küchler, Pannermusterungsaufzug. M. Pometta, Toten-Brauch und -Glaube. Ġ. Jenny, Aderlass-Regeln. S. Gfeller, Blütenlese aus einem alten, handschriftlichen Arzneibuche. — Bücheranzeigen. Bibliographie).

Pater, W., Die Renaissance. Studien in Kunst und Poesie. Aus dem Englischen übertragen und mit einer Einleitung von W. Schölermann. Buchausstattung von Fritz Schumacher. Leipzig, Diederichs, 1902. VIII, 323 S. M. 5.

Einstein, L., The Italian renaissance in England. Studies. New York, The Columbia University Press, Macmillan, 1902. XVII, 420 S.

Schücking, L. L., Studien über die stofflichen Beziehungen der englischen Komödie zur italienischen bis Lilly (Studien zur engl. Philol. herausgeg. von Morsbach, IX). Halle, Niemeyer, 1901. 109 S.

Suchier, Hermann, Einiges über die akademische Vorbildung unserer neusprachlichen Lehrer, Vortrag gehalten am 4. Oktober 1901 in der romanischen Sektion der 46. Versammlung deutscher Philologen und

Schulmänner. Sonderabdruck aus den Neuen Jahrbüchern f. d. klassische Altertum, Geschichte und deutsche Litteratur und für Pädagogik. Jahrgang 1902. II. Abteilung. X. Band. S. 161-4.

Hohlfeld, A. R., Prof. an der University of Wisconsin, Der Litteraturbetrieb in der Schule, mit besonderer Rücksicht auf die gegenseitigen Beziehungen der englischen und deutschen Litteratur. Separatabdruck aus den Pädagogischen Monatsheften’ Januar-Febr. 1902. [Hohlfeld verlangt mit Recht vor allem eine verständnisvolle Interpretation. Eigentliche Litteraturgeschichte gehöre höchstens in die obersten Klassen der Schule; dagegen muss sie der Lehrer genau kennen, und Geistesgeschichte überhaupt, wenn er die Lektüre anregend und erspriesslich machen will. Des weiteren wünscht er, dass die Wechselbeziehungen der deutschen und englischen Litteratur bei jeder Gelegenheit betont werden. A. B.]

Behaghel, O., Der Heliand und die altsächsische Genesis. Giessen, Ricker, 1902. 48 S.

Kauffmann, F., Deutsche Grammatik. Kurzgefasste Laut- und Formenlehre des Gotischen, Alt-, Mittel- und Neuhochdeutschen. Marburg, Elwert, 1902. VIII, 111 s.

Gerzon, J., Die jüdisch-deutsche Sprache. Eine grammatisch-lexikalische Untersuchung ihres deutschen Grundbestandes. Frankfurt a. M., Kauffmann, 1902. 133 S. M. 7,50.

Nagl, J. W., und Zeidler, J., Deutsch - österreichische Litteraturgeschichte, 19. Lieferung. II, 49–96.

Meyer, Richard M., Grundriss der neueren deutschen Litteraturgeschichte. Berlin, Bondi, 1902. XV, 258 S. M. 6.

Batt, M., The treatment of nature in German literature from Günther to the appearance of Goethe's Werther. University of Chicago diss. Chicago, The University Press, 1902. 112 S.

Heuschkel, W., "Untersuchungen über Ramlers und Lessings Bearbeitung von Sinngedichten Logaus. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Sprache. Leipzig, Fock, 1902. 69 S. M. 1,20.

Lohre, H., Von Percy zum Wunderhorn. Beiträge zur Geschichte der Volksliedforschung in Deutschland (Palaestra XXII). Berlin, Mayer & Müller, 1902. 136 S. M. 4.

Uhde-Bernays, H., Der Mannheimer Shakespeare, ein Beitrag zur Geschichte der ersten deutschen Shakespeare-Übersetzungen (Litterarhist. Forschungen herausgegeben von Schick und Waldberg, XXV). Berlin, Felber, 1902. X, 90 S. (Behandelt den Mannheimer Nachdruck der Eschenburgischen Shakespeare-Übersetzung, wie ihn Gabriel Eckert veranstaltete. Eschenburg selbst hat in seiner zweiten Auflage manche Verbesserungen daraus übernommen. A. W. Schlegel, Graf Baudissin und Dorothea Tieck scheinen daraus nicht geschöpft zu haben; dagegen wurde Eckerts Macbeth-Text die Grundlage der Schillerschen Macbeth-Bearbeitung. Diese Arbeit von Uhde-Bernays, dem Stiefsohn von Prof. Jakob Bernays, beruht auf genauer Vergleichung von drei Ausgaben des Eckert-Textes mit den anderen genannten Shakespeare-Ubersetzungen, sowie mit dem eng. lischen Original und fördert unsere Einsicht in folgenschwere internationale Litteraturbeziehungen. A. B.]

Koch, A., Über den Versbau in Goethes Tasso und Natürlicher Tochter. Programm des Friedrich-Wilhelm-Realgymnasiums zu Stettin, 1902. 22 S. 4.

Lucking, G., Schiller als Herausgeber der Memoirensammlung. II (Capilupi). Programm der III. Realschule zu Berlin, 1902. Gaertners Verlag. 30 S. 4.

« VorigeDoorgaan »