Pagina-afbeeldingen
PDF
ePub

Verfahren die völlige Erschliessung des Gedankeninhaltes gewährleisten'. Schmidt kommt diesem Versuche (S. 22–24 ‘Modèle d'explication de textes') entgegen, während Engelke (S. 33–35 'La lecture') einige Ausdrücke giebt, die sich nur auf die alte Übersetzungsmethode beziehen können.

Die ‘Lehrpläne' (S. 44) schlielsen französisch und englisch geschriebene Grammatiken vom Schulgebrauche aus und betonen, dals ‘für schwierigere und tiefergehende Erklärungen, namentlich auch bei der grammatischen Unterweisung, überall mit Recht auf die Muttersprache zurückgegriffen werden' wird. Ich bin ganz der Meinung, dass gründliche grammatische Unterweisung ein derartiges Mass von Aufmerksamkeit für den Inhalt verlangt, dass hier nicht auch noch das fremde Idiom sein, Recht beanspruchen darf. Die auf die Grammatik bezüglichen Teile obiger Bücher (Engelke S. 36–44, Schmidt S. 45—66) sind also höchstens gelegentlich bei Repetitionen zu verwenden.

Immerhin bietet der fremdsprachliche Unterricht noch Gelegenheit genug, das zu Erlernende auch gleich praktisch im Unterricht zu verwenden. Engelke sucht hierbei zu helfen, indem er in der Form einer Phraseologie, Französisch mit danebenstehender deutscher Übersetzung, behandelt: die Arten von Schulen; vorgesetzte Behörden, Lehrer, Aufnahme der Schüler, Schulbesuch u. s. w.; Schulgebäude, Klassen; Schulsachen; Versetzung, Prüfung, Zeugnisse, Lebensberuf, Haltung, Lob, Tadel, Bemerkungen in der Stunde, die einzelnen Unterrichtsfächer, schriftliche Arbeiten und ihre Korrektur. Schmidt bedient sich nur der französischen Sprache und giebt 1) die locutions scolaires du maître, 2) die l. sc. de l'élève, in betreff der discipline, tenue, leçons, explication de textes und devoirs.

Beide Bücher, die in Kochs 'La classe en allemand' (Paris, Hachette) ein Vorbild hatten und sehr verständigerweise von Franzosen durchgesehen wurden, erweisen sich als brauchbare Hilfsmittel. Ausstellungen im einzelnen wird man allerdings reichlich und besonders da zu machen haben, wo die französischen und die deutschen Schuleinrichtungen sich nicht decken, statt der Übersetzung also das möglichst Entsprechende gesetzt werden muss, wie z. B. bei den Klassenarbeiten (Extemporalien u. s. w.), die nicht ganz den compositions jeder Art entsprechen, u. v. a.

Zu Engelke: S. 1: écoles mixtes sind écoles pour filles et garçons, aber nicht solche avec internat et externat; S. 2: neben proviseur kommt der censeur in Betracht; examen d'État scheint mir Germanismus; S. 3: für rétribution scolaire (Schulgeld) ist des verbreiteten Internats wegen der allgemeinste Ausdruck wohl pension; correspondant ist nicht der Pensionswirt, sondern der Vertrauensmann der auswärtigen Eltern, der für die Alumnen an den Ausgehtagen die Verantwortung übernimmt; alle die Wendungen mit bourse sind zu schwerfällig für donner, avoir une b., faire une demande de bourse; S. 10: promotion, promu ungebräuchlich für passage dans (en), passé dans (en) Versetzung, versetzt; S. 11: redoubler (nicht doubler) sa classe; S. 12: statt étudier sagt man meist faire

st. me serait puis-je ? 26 gomme est'

son droit u. s. W.; S. 13: statt embrasser la carrière militaire häufiger entrer dans ...; S. 20: die Feder spritzt = crache, nicht gratte; écrivez plus droit (statt raide); S. 22: ich habe stets nur gehört: je pose 8 et retiens 3 (statt le 8, le 3). Von den Interjektionen sind S. 43 ouais, hom, oui-! selten. Und so liessen sich noch manche Hinzufügungen machen, z. B. sauter zu passer une ligne u. ä.

Immerhin ist Engelke von schweren Germanismen frei, was man leider von Schmidt trotz der Hilfe des Herrn Godart, Nancy, nicht sagen kann. Denn S. 37: J'ai perdu mon porte-plume en route, N. en a deux, ose-t-il m'en prêter un = darf er (peut-il)? ist doch wohl ein zu grober Fehler. Ebendaselbst: ma gomme est tombée à terre, est-ce que j'ose la ramasser statt puis-je? Zu beanstanden ist ferner: puis-je utiliser ce cahier st. me servir de (S. 37); on n'y voit plus rien statt plus du tout (S. 36); Mr le professeur N. statt Monsieur N., da professeur kein Titel ist, auch der Titel nicht so gebraucht wird wie im Deutschen (S. 36); S. 23: le duc de Wurtemberg était contraire à son élection für faisait opposition ?? Falsch ist heute S. 27: relevez les verbes à l'infinitif, en indiquez l'espèce statt indiquez -en; propositions qui dépendent des verbes qui expriment, schleppend statt exprimant; S. 28: mettez ce morceau en passé défini, statt au? S. 29: si vous essayez encore une fois de tricher, il faudra fermer votre livre statt je vous ferai fermer; S. 32: die für die traduction gegebenen Ausdrücke beziehen sich fast alle auf die version (Herübersetzung), die bei uns leider weit weniger üblich ist als das thème (Hinübersetzung). S. 34: was ist le style est dépiécé par une orthographe incorrecte? Soll es etwa déprécié sein? S. 36: statt se refroidir sagt der Schüler, glaube ich, prendre froid, s'enrhumer. S. 31 enthält für die Rückgabe der Arbeiten nur tadelnde Ausdrücke; man will doch auch zuweilen loben.

Ich könnte noch viele solcher Ausstellungen machen. Selbst wenn der Verfasser mir, dem Deutschen, nicht alles zugiebt, wird er doch die Notwendigkeit einsehen, eine zweite Ausgabe recht gründlich mit einem Franzosen durchzuberaten. Berlin.

Theodor Engwer.

Mackenroth, Mündliche und schriftliche Übungen zu Kühns fran

zösischen Lesebüchern. Mit einem grammatischen Elementarkursus von Karl Kühn als Anhang. Bielefeld und Leipzig, Velhagen & Klasing, 1901. Teil I und II. 166, 193 S. – Dazu ein Heft von 36 S. für den Lehrer.

Es ist schon öfter daran erinnert worden, dass für die Verarbeitung des grammatischen Übungsstoffes dem Lehrer nach der Beschaffenheit seiner Klasse freie Hand gelassen werden muss: er hat die Aneignung der im Lesestück behandelten Erscheinungen zweckmässig zu vermitteln. Dass gerade hierbei die individuelle Begabung und Tüchtigkeit des Lehrenden das meiste thut, steht ausser Frage; ebensowenig ist zu bezweifeln, dass je nach deren Beschaffenheit recht verschiedene Resultate bei derselben Klasse erzielt werden. Auch ist – einen tüchtigen Lehrer und ausreichende Vorbereitung vorausgesetzt - dennoch der schliessliche Erfolg des Lehrjahres und der Zusammenhang mit der nächsten Klasse häufig darum ein wenig genügender, weil die Heranziehung der Schüler zu fruchtbarer Arbeitsleistung auf zu grosse individuelle Schwierigkeiten stösst und unaufgearbeitete Reste das Fortkommen erschweren. Diesem Übelstande kann durch einheitliche Methode der Arbeit nicht unerheblich gesteuert werden: lecture – grammaire – dictée (Extemporale) — composition (zusammenhängende schriftliche oder mündliche Wiedergabe) können von der Anfängerstufe an zu gleichmässiger Verwendung gelangen, so dass sich die Klassen enger aneinander schliessen, auch die grammatische Arbeit nach den Zielen der ganzen Anstalt eine einheitliche wird. Wenn sich der einzelne bei dem bescheidet, was er im Dienste des Ganzen zu leisten hat, wird er so offenbar mehr nützen als mit individuellen Glanzleistungen, die doch höchstens bei begabteren Schülern hervortreten. Ohne also in den Verdacht schablonenhafter Fabrikation von Eselsbrücken zu geraten, darf man es unternehmen, für das Gesamtmaterial von Lesestoffen einer Anstalt eine einheitliche grammatische Durcharbeitung zu entwerfen, deren Wert um so höher steigt, je mehr sie sich über das Niveau einer Gelegenheitsarbeit erhebt.

Einer solchen Arbeit unterzog sich, und zwar für Kühns Lehrbücher, die im Archiv wiederholentlich besprochen wurden, Mackenroth, indem er in zwei Bändchen von mässigem Umfang kurz zusammenstellte, was im Anschluss an Kühns Lehrbücher zu verarbeiten ist. Auch die Reihenfolge der von dem fleissigen Bearbeiter behandelten Pensen schliesst sich an Kühn an. Die so verarbeiteten Stoffe ergaben sechs Abteilungen, von denen I und II ausschliesslich französisches Material aus dem 'Lesebuch für Anfänger', III und IV solches aus der ‘Unterstufe', V und VI solches aus der Mittel- und Oberstufe' von Kühns Lesebuch enthalten. Dazu kommen am passenden Orte noch Stoffe aus den Grammatiken. Der beim Fortschreiten erweiterte Gesichtskreis macht, sobald das Deutsche als Unterweisungssprache aufhört, nämlich von Abschnitt III an bis zu Ende, auch Übersetzungen aus dem Deutschen ins Französische in zusammenhängender Komposition zulässig. Auch knüpft ein nicht unbeträchtlicher Teil der Übungen an die Hölzelschen und andere Bilder an. Für die Anfänger in Abschnitt I und II kann man den als Anhang zum ersten Bändchen von Kühn selbst gegebenen grammatischen Elementarkursus wohl billigen, der auf elf Seiten von sechzehn des Ganzen elementare Kenntnis des Verbums, auf fünf die nominalen Redeteile darbietet.

Was die Disposition der ‘Übungen selbst betrifft, so ist zu billigen, dass das Zeitwort die ausgiebigste Verwendung in mannigfacher Art der Behandlung gefunden hat; dass der Verfasser bestrebt ist, mit der Form zugleich ihren syntaktischen Wert zum Bewusstsein zu bringen; dass immer wieder der Zusammenhang mit dem schon bekannten Lesestück, das mit Änderungen, Zusätzen, Umbildungen erscheint, durch schon bekannte Dinge das lebendige Verständnis von neuen, noch unbesprochenen weiter vermittelt, wobei der Gebrauch der Fürwörter, einfach aussagende oder dialogische Besprechung, That- und Leideform, endlich die sogenannten Unregelmässigkeiten der Flexion in geschickter und glücklicher Auswahl herangezogen werden. Dasselbe gilt von den nominalen Redeteilen, wo namentlich in den Elementarabschnitten aus den Mustersätzen der Lesestücke leichte und reichliche Verarbeitung durch Verwendung der Analogie erzielt wird, ferner formal oder sachlich zugehörige oder verwandte oder ähnliche Nomina, dann deren Ableitungen mit bestimmten Endungen, Wortbildung, Wortfamilie, endlich systematische Gruppierung des formal oder sachlich Zusammengehörigen.

Schon dieser Versuch der Aufzählung zeigt, dass sich der Verfasser die Sache keineswegs leicht gemacht hat; wie er das Material durchgearbeitet und gesichtet hat, ehe etwas in die 'Übungen' als passend zur Aufnahme gelangte. Ich bin überzeugt, dass, wer mit Kühns Büchern arbeitet, sicherlich wenigstens etwas findet, was er von Mackenroths Darbietung für die Stunde brauchen kann. Von einseitiger Manier habe ich nichts bei ihm entdeckt, dagegen vielseitige, sorgfältige Verarbeitung in reichlicher Auswahl, mit Hinzuziehung, wie selbstverständlich, auch anerkannter Muster. Dies gilt z. B. von

Le Paresseux L. A 18 zu M I, 30;1 L'Enfant gâté L. A 20 zu M 31; Les Repas L. A 18 zu M 31; Le petit Macon L. A 32 zu M 31; Notre Ecole L. A 6–7 zu M 55; La Semaine du Paresseux U. 4 zu M 103; Henri IV, a-i, U 18—20 zu M 116-50.

Le Père U 118–19 zu M II, 4-6; L'Enfant prodigue U 110–20 zu M 7—11; Les Corvées du Paysan ( 47–48 zu M 73–74; L'Eclairage de Paris 0 41–42 zu M 99—101; Promenade de deux Garçons à travers Paris 0 113–24 zu M 134–144.

Was die Art der Verarbeitung betrifft, so ist durch die Aufstellung des Materials in möglichster Kürze und ohne subjektive Zuthaten dem Lehrenden die denkbar grösste Freiheit der Bewegung gelassen; dem Schüler werden nur Materialien geboten, die er, namentlich anfangs, nur unter Anleitung des Lehrers im Gange des belehrenden Gespräches verwenden lernt, dessen selbständige Leitung sonach immer der Erkenntnis und Beurteilung des Lehrers unterliegt.

Mackenroths Übungen werden daher denen, die mit Kühns Büchern arbeiten, willkommen sein; sie verdienen aber auch allen anderen Freunden sorgfältiger grammatischer Praxis angelegentlich empfohlen zu werden.

Den zwei Bändchen für die Schüler liegt ein ‘Lehrerheft' bei, das die vom III. bis VI. Abschnitt auftretenden deutschen Übersetzungsstücke in französischem Originaltext oder mustergültiger französischer Übersetzung für den Lehrer bereit hält. Charlottenburg,

George Carel.

· Kühn, Lesebuch für Anfänger = L. A; Unterstufe = U; Mittel- und Oberstufe = 0; Mackenroth = M; die arabischen Zahlen bedeuten die Seiten.

A. Thumb, Die griechische Sprache im Zeitalter des Hellenismus.

Strassburg, Trübner, 1901. VIII, 275 S. 8.

Immer wieder wirft der Romanist seine Blicke hinüber nach Griechenland. Wer die Entwickelung der ersten fremden Sprache, mit der man in früher Jugend bekannt wird, verfolgt, den lockt es wohl auch, zu erfahren, was aus der zweiten, die mit jener die ganze lange Zeit des Gymnasiums zusammengekoppelt war, geworden ist. Und er thut es nicht ohne Nutzen. Zwar, was die einzelnen Züge der Sprachveränderungen betrifft, so sind die Übereinstimmungen wohl geringer als die Abweichungen, jedenfalls zeigen andere der europäischen Sprachen, wie beispielsweise das Kymrische und gewisse germanische Mundarten, weit grössere Gleichmässigkeit mit den Vorgängen auf spätlateinischem oder auf einzelnen romanischen Gebieten. Aber in einer anderen Hinsicht treffen wir eine Gleichartigkeit wie sonst nirgends auf europäischem Boden. Im Bereich der griechischen wie in dem der lateinischen Sprache können wir nämlich beobachten, wie aus einer grösseren oder geringeren Zahl litterarisch verwendeter Mundarten eine einzelne allmählich das Übergewicht bekommt, zur allgemeinen Schriftsprache, zur zouvn, zum 'volgare illustre' wird, dann auch die Umgangssprache bildet und die alten Mundarten nach und nach verdrängt; wie dann aber diese Gemeinsprache sich wieder in neue Mundarten spaltet, deren wesentliche Merkmale aber mit denen der alten Mundarten nichts zu thun haben. Es ist also hier ein Prozess abgeschlossen, dessen erste Anfänge, die Bildung der Gemeinsprache, wir ja auch im Deutschen, Französischen, Italienischen besonders gut verfolgen können, dessen weitere Entwickelung in Frankreich schon sehr grosse Fortschritte gemacht hat, auch in Deutschland sich beobachten lässt, dessen letzte Folgen wir aber noch nicht erlebt haben und auch nicht mehr erleben werden, wogegen wir sie auf den beiden Gebieten des Romanischen und des Griechischen vor uns haben. Dabei zeigt sich aber wieder ein bemerkenswerter Unterschied zwischen den zwei Sprachzweigen. An Mannigfaltigkeit der Erscheinungen, an der Stärke der Umgestaltung gebührt dem Romanischen zweifellos der Vorrang, namentlich hinsichtlich der lautlichen Veränderungen und binsichtlich der Vereinfachung des Formensystems, wie ja letzteres bei der grösseren geistigen Rührigkeit der Romanen nur natürlich ist; was aber den Reichtum der Überlieferung betrifft, die Zahl und die Verlässlichkeit der Dokumente, die den Vorgang der Umwandelung zu beobachten uns in die Lage setzen, so steht hier das Griechische voran.

Es ist das Verdienst von Thumb, diese Dinge mit grosser Klarheit und Vollständigkeit, mit überall ruhig erwägendem Blicke, weder nach der einen noch nach der anderen Seite hin von Vorurteilen befangen, dargestellt zu haben. In sechs Kapiteln wird gehandelt vom Begriff und Umfang der xouví, vom Untergang der alten Dialekte, von Resten der alten Dialekte und der xouvň, vom Einfluss nicht griechischer Völker auf die Entwickelung der hellenistischen Sprache, von dialektischer Differen

« VorigeDoorgaan »