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Night of the world ... two immensurable Phantoms, Hypocrisy and Atheism, with the Gowl, Sensuality stalk abroad over the Earth.'

Von den anderen Schriften Carlyles seien noch folgende Jean PaulStellen erwähnt: E2 49 ‘I would not for much, says Jean Paul, that I had been born richer.' ... 'The prisoners allowance is bread and water; and I had often only the latter.' ... 'the canary-bird sings sweeter, the longer it has been trained in an darkened cage.' E5 135 ““I have painted so much," said the good Jean Paul, in his old days, "and I have never seen the Ocean: – the Ocean of Eternity I shall not fail to see".' E5 203 Another remark is by Jean Paul: that was in art so in conduct, or what we call morals, before there can be an Aristotle with his critical canons, there must be a Homer, many Homers with their heroic performances.' - E7 127 'Behind its glitter stalks the shadow of Eternal Death; through it too, I look not “up into the divine eye", as Richter has it, “but down into the bottomless eyesocket".' Die Stelle stammt aus Jean Paul, Siebenkäs; übersetzt bei Carlyle E2 273. “And when I looked up towards the immensurable world for the divine eye; it glared down on me with an empty black bottomless eye-socket ...' E5 48, ohne Jean Paul zu erwähnen, aber in Anführungszeichen: "and looked upwards for the Divine Eye, and beheld only the black, bottomless glaring Death's Eyesocket," such was the philosophic fortune he (Diderot) had realised.'

- P. 235 ““How is each of us,” exclaims Jean Paul, “so lonely in the wide bosom of the All”, Encased each as in his transparent "ice palace”.' F2 67 (evil, as Jean Paul truly says, is like a nightmare - the instant you begin to stir yourself it is already gone.' F3 208 How is Each so lonely in the wide grave of the All, says Richter.' – 'Das goldene Kalb der Selbstsucht wächst bald zum glühenden Phalarisochsen, der seinen Vater und Anbeter einäschert.' Anm. 11 zu Schmelzle, Tales 2, 71 "The Golden Calf of Self - love soon waxes to be a burning Phalaris' Bull, which reduces its father and adorer to ashes.' E2 48 'the "golden-calf of self - love" ... was not their deity' E6 49 ““The Golden Calf of self love,” says Jean Paul, “has grown into a burning Phalaris' Bull, to consume its owner and worshipper”.' E6 134 'If men had lost belief in a God their only resource against a blind no-god, of necessity and Mechanism, that held them like a hideous World-Steam engine, like a hideous Phalaris' Bull, imprisoned in its own iron belly, would be ... revolt.' F3 91 'Kinghood in his person is to expire here in cruel tortures – like a Phalaris shut in the belly of his own red-heated Brazen Bull.' — FR 3, 70 “the 'moonlight of Memory,' von Jean Paul entlehnt. Q. Fixlein: 'was noch jetzt im Mondlicht der Erinnerung ... unsere Herzen süss auflöset.' Tales 2, 126 ‘which yet in the moonlight of Memory ... melts our souls in sweetness.'

Aus der "Vorschule der Ästhetik’ des Jean Paul übersetzt Carlyle E3 48: 'Luther's prose is a half-battle; few deeds are equal to his words.' HW 112 ‘Luther's battle - voice.' 128 Richter says of Luther's words: “his words are half-battles.” They may be called so.' E 4 167 'the Luther, Archiv f. n. Sprachen. CVIII.

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"whose words were half battles,” and such half battles as could shake and overset half Europe with their canonading, had long since gone to sleep.

(Schluss folgt.) Berlin.

H. Kraeger.

Neuere Erscheinungen auf dem Gebiete

des englischen Romans. Die Tauchnitz - Edition hat nach löblichem Brauch wieder einigen jüngeren Autoren zur Verbreitung ihrer Werke in der deutschen Leserwelt verholfen. Darunter sind mir – nicht durch ihre Güte, aber wegen ihrer Eigenart – zwei Romane aufgefallen: Flames (vol. 3370, 3371) und The Slave (vol. 3419, 3420) by

Robert Hichens.

Ob die Aufnahme dieser zwei umfangreichen Werke vom litterarischen Standpunkte aus berechtigt ist? Ich glaube, ja. Jedenfalls werden beide Romane als 'Lesefutter' ihre Schuldigkeit thun. Auch derlei braucht eine buchhändlerische Romanbibliothek, wie ja vergleichsweise die litterarisch vornehmste Bühne von klassischen Stücken' allein nicht leben kann. Als Lesefutter betrachtet sind die beiden Romane freilich nicht ganz ungefährlich. Sie gehen einem bedenklich auf die Nerven, weil die spannend entwickelten Fabeln mit krankhaften Problemen spielen. Erliest man sich den Glauben, so verliest man sich seinen gesunden Menschenverstand. Glücklicherweise kann das Experiment nicht auf die Dauer schaden. Man bleibt nicht im Banne des Buches, nachdem man es weggelegt. Diese Lektüre wirkt wie Spielerei: der Mangel an nachhaltigem Ernst zeitigt hinter dem Schluss das Gefühl innerer Leere beim naiven Leser.

Hingegen kommt der kritische Leser auf seine Rechnung. Ihn fesselt die Mache, und darüber hinaus erfreut er sich ab und zu an Proben echten Talentes. Er hofft für die Zukunft des Autors, er spintisiert über die verschiedenen Möglichkeiten einer Entwickelung des noch unsicher herumtastenden Verfassers.

Scheidet man nämlich in diesen Romanen zwischen der Hauptsache und dem Beiwerk, so ist jene verdriesslich schlecht, dieses erquicklich gut, weil erstere krankhaft, letzteres gesund ist. Allerdings, dass man überhaupt eine solche Scheidung vollziehen kann, bezeugt bereits einen Grundfehler des Ganzen. Dies ist nicht einheitlich wie ein Organismus, dessen einzelne Teile notwendig zusammen gehören. Die sind hier eben nicht künstlerisch auseinander entwickelt, sondern bloss künstlich miteinander verwickelt.

Hauptsache ist alles, aber auch nur das, was zur Darstellung des Problems gehört. In Flames handelt es sich um einen occultistischen Seelentausch, im Slare um Juwelenmanie. Dort bleibt das Problem unverständlich wegen seiner Kompliziertheit, hier wegen seiner Einfachheit.

In Flames führt der Held, ein junger, reicher und vornehmer Eng.

länder, zu Anfang sein Leben in leidenschaftsloser Reinheit. Da erwacht in ihm das Verlangen nach einem andersgearteten Leben. Doch nur mit der Seele eines Andersgearteten könnte er ein solches führen. Sein Wille wird so stark in ihm, dass er – unbewusst – seine Seele gegen die eines anderen tauscht, der - ein leidenschaftlicher Sünder – eben stirbt. So wird Valentine, der Held, zu Marr, dem Sünder. Die Seele von Marr lebt in Valentine weiter, während dessen Seele als Flamme körperlos über die Erde hinirrt. Körperlich bleibt also Valentine der Alte, die Wandlung ist bloss seelisch und vollzieht sich ihm vorerst unbewusst. Sie wird ihm selbst und seiner Umgebung nur langsam und schrittweise klar. Am deutlichsten erweist sie sich in dem ansteigenden bösen Einfluss, den Valentine auf seinen Freund Julian nimmt. Früher, da er noch mit Recht “the Saint of Victoria Street' hiess wegen seines fleckenlosen Wandels, hat er Julian, ein gutmütiges, aber schwaches Weltkind, vor den Lockungen der Sünde zu bewahren versucht und durch sein Beispiel das auch vermocht. Jetzt zieht er ihn, der Sünder, in die sündigen Kreise seines neuen Lebens. Immer tiefer sinkt Julian - im Glauben an Valentine. Erst zum Schluss erkennt er dessen dämonische Wandlung. Nun macht er sich innerlich von ihm frei. Und so kann sich auch Valentine von der verderblichen, fremden Seele befreien, seine reine Seele wiedergewinnen. Es geschiebt im selben Augenblick. Aber diese moralische, resp. seelische Wiedergeburt kostet beiden ihr physisches Leben. Sie sterben.

Ob diese krause Geschichte einem Occultisten - derb herausgesagt – ebenso dumm vorkommt wie mir, weiss ich nicht. Meine bescheidene Bildung reicht eben nicht bis ins occultistische Gebiet hinein. Aber ich möchte es glauben. Denn warum sollte ich nicht occultistisch denken und fühlen lernen an der Hand des Autors während der Lektüre seines Romans? Die Wirkung jedes Kunstwerks besteht doch darin, dass der Laie für die Dauer des Geniessens sich selbst verliert und aufgeht im Künstler, dass er dessen vorgetäuschte Welt als seine Welt empfindet, also - um im Bilde zu sprechen - des Künstlers Seele gegen seine tauscht. Freilich gelingt das nur, wenn der Künstler eine lebensfähige Welt geschaffen von innerer Wahrheit, wenn er durch die Mittel seiner Darstellung den Laien zur unbewussten Nachschöpfung gezwungen hat. Ich habe nun dem Autor gegenüber versagt. Warum? Gewiss nicht wegen Mängel der Darstellung. Sie ist so lebendig, dass sie mit ihrer Eindringlichkeit die Nerven zittern macht, solange der Stoff nur halbwegs möglich wirkt. Dieser wird aber des öfteren und besonders am verstimmenden Schluss zur baren Unmöglichkeit. Der Autor scheitert an seinem Stoff.

Der Grund ist leicht einzusehen. Der Autor bildet seinen Stoff weder bloss als Realist nach dem wirklichen Leben, noch schöpft er ihn nur aus seiner frei, aber naiv schaffenden Phantasie, sondern er konstruiert. Dabei vermengt er unverträgliche Elemente. So gestaltet er einmal nach dem Leben. Alles, was von der Handlung realistisch möglich ist, gehört hieher. Mithin dass ein reiner Mensch das Opfer seiner unreinen Instinkte wird; dass ferner dieser Mensch die Reinheit an anderen, wie er sie früher gefördert hat, nun nicht mehr verträgt und den andern zur Unreinheit verleitet, ja ihn noch tiefer stösst, als er selber steht; dass endlich der Verführte sich gegen den Verführer aufbäumt, sich aus der Unreinheit löst und damit wieder auf den Verführer zurückwirkt, diesen zu seiner früheren Reinheit bekehrt. Daraus ersieht man, dass das Problem in seinen Grundzügen völlig realistisch ist, d. h. menschenmöglich nach unserer gesunden psychologischen Erfahrung. Doch es ist zu gleicher Zeit gewöhnlich, also im oberflächlichen Sinne nicht interessant. Davon will aber der Autor seinem Stoffe eine möglichst starke Dosis beimischen. So sucht er das im Kern Gewöhnliche wenigstens durch die Schale seltsam zu gestalten und greift zum Zweck der Einkleidung seiner Fabel nach der occultistischen Lehre vom Seelentausch. Diese Praktik wäre noch erträglich, wenn er das Kostüm der Figur anpassen würde, wenn er den occultistischen Kram nur als Symbol verwerten würde, als blosse sinnfällige Ausdrucksform für den geistigen Gehalt. Aber er macht es umgekehrt: er vergewaltigt den Geist durch die Form. So verfällt er den lockenden Reizen hohler Theatralik. Er verbildet seinen im Wesen gesunden Stoff zu krankhaften Unmöglichkeiten. Mit seinen äusserlichen Effekten bringt er sich um die innerliche Wirkung.

Hat sich der Autor seine Hauptfabel in stofflicher Hinsicht verdorben durch seine Sucht nach exotischen Reizen, so wirkt er formal, in der Darstellung als Stilist, meist stark. Freilich nicht als Neuerer: er bleibt in den alten Geleisen.

Hier war seine oberste Sorge auf eine gute Komposition gerichtet, also auf eine wirkungsvolle Gruppierung der einzelnen Phasen der Fabel. Er bleibt bei der einfachsten Manier: streng chronologisch stellt er die Ereignisse im natürlichen Ablauf dar. Das war bei einem so verwickelten Thema wohl auch nötig zum Zweck der Verständlichkeit.

Im weiteren musste es sich ihm um die künstlerische Bewältigung der Details handeln. Wesentlich hat er mit zwei Elementen zu operieren: mit der Lokalschilderung und der Figurencharakteristik.

Das Lokal kann direkt dargestellt werden. Da wird der betreffende Schauplatz objektiv beschrieben, so wie er sich einer normalen Betrachtung zeigt. Oder aber die Darstellung erhebt sich zu subjektiver Schilderung: sei es dass der Autor den Vorgang auf sich wirken lässt und aus dessen Stimmungsgehalt heraus den zugehörigen Schauplatz stimmungsmässig färbt, sei es dass er die Rolle des Schilderers an eine der in den Vorgang verflochtenen Figuren abtritt, wodurch die Schilderung ein aktuelles und persönliches Gepräge erhält.

Dies sind die drei wichtigsten Arten der Darstellung des Milieu. Welche Art der Autor ausschliesslich oder vornehmlich verwendet, steht ihm frei. Die Gesamtwirkung muss sich aber hiedurch verändern. Je inniger Vorgang und Schauplatz miteinander verwachsen, um so intimer wird der Eindruck beim Leser sein, um so stärker dessen Illusion. Die objektive Darstellung unterbricht - als fremdes Element – den Gang der Handlung völlig. Bei situationsgemässer Schilderung wird die Stim

mung festgehalten. Organisch verschmilzt das Fabelstück mit dem Lokal nur, wenn dessen Schilderung von der beteiligten Figur bestritten wird. Unser Autor mischt alle drei Arten, bevorzugt aber bei weitem die objektive. Als scharfer Beobachter frönt er unkünstlerisch seiner Lust an direkter Lokalbeschreibung.

Das andere Element, mit dem er im einzelnen zu arbeiten hat, ist die Figurencharakteristik. Auch sie erfolgt in zweierlei Weise: direkt in Form eines psychologischen Kommentars seitens des Autors, der den Leser aufmerksam macht oder aufklärt, indirekt durch die Figur selber, deren geistiges Wesen sich aus ihrem Thun und Lassen erschliesst. Dass nur die indirekte Charakterisierung illusionierend wirkt, liegt auf der Hand. Der Kommentar ist tote Wissenschaft statt lebendiger Poesie. Unser Autor betreibt nun sehr ausgiebig diese wissenschaftliche Psychologie. Er kommentiert teils gezwungen: aus Unvermögen, den Charakter in durchsichtiger Handlung überzeugend aufzulösen, teils überflüssig: aus Hochmut, weil er seinen Leser für nicht gescheit genug hält, die Figur im Handeln zu durchschauen. Er betreibt diese Kommentiererei offen in Exkursen oder – gleich übel im Eindruck – verkappt, wenn er eine Figur psychologisch meditieren oder mehrere Figuren psychologisch diskutieren lässt.

Die Darstellung im Detail ist mithin vorwiegend altstilig, episch im äusserlichen Sinne: der Autor lüftet alle Augenblicke sein Inkognito, unterbricht den Gang der Handlung, um seinen Leser über Lokal oder Figur autoritativ zu instruieren.

Ganz dieselbe Prägung trägt auch der zweite Roman. Die Haupthandlung von The Slave ist folgende: die Heldin – ein junges, schönes Mädchen, arme Aristokratin, somit ohne Aussichten auf eine reiche Heirat - liebt die Juwelen mit ausschliesslicher Leidenschaft. Gegen Männerliebe ist sie gefeit, sei das die ehrliche Hingebung ihres treuen Jugendfreundes oder die rührende Verehrung eines knabenhaften Akrobaten oder die glühende Sinnlichkeit eines sieggewohnten Sängers. Kühlen Sinnes wird sie die Frau eines alten, hässlichen, in London nur halb civilisierten Orientalen, weil einzig er, der fabelhaft Reiche, sie mit Edelsteinen überschütten kann. Sie wird seine 'Sklavin'. Kühlbleibt sie ihm in der kurzen Ehe auch treu bis zu seinem plötzlichen Tode. Jetzt bricht der Reichtum zusammen. Der Orientale war waghalsiger Börsenspekulant gewesen. Der Witwe bleibt nichts als eine sehr bescheidene Existenz und

– ein wunderbarer Smaragd. Er war ihr einziges persönliches Eigentum in der Ehe, das Hochzeitsgeschenk ihres Mannes. Dieser Stein allein repräsentiert ein Vermögen. Aber sie kann sich von ihm nicht trennen. Nicht lange, und er wird ihr geraubt. Nur stehlen wollte ihn der Dieb der Schlafenden. Aber sie erwacht, und es entspinnt sich ein Kampf auf Tod und Leben. Zuletzt siegt der hünenhafte Räuber und entkommt unerkannt, bleibt unentdeckt. Die Heldin wandelt dann in kalter Gleichgültigkeit durchs Leben. Bald zwar wird sie durch Erbschaft wieder reich. Doch sie trauert freudlos um den verlorenen Stein. Da entdeckt

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