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sollte man nicht mehr reden, weil dadurch eine ganz falsche Vorstellung von freigespannten Bändern erweckt wird; gerechtfertigt ist nur der Ausdruck Stimmlippen', wie ja denn auch französische Physiologen nicht selten lèvres vocales sagen, oder “Stimmränder', denn es sind bekanntlich die membranösen, etwas vorspringenden Ränder der zwei elastischen, einander zugeneigten Kissen, zu denen die inneren Wandungen des Fortsatzes der Luftröhre rechts und links anschwellen. Nach der Beschreibung, die Hasberg vom Stimmorgan giebt, kann sich niemand, der es nicht aus eigener Anschauung kennt, ein klares Bild machen; unter den deutschen Phonetikern giebt übrigens die richtigste Definition Klinghardt in seinen ‘Artikulations- und Hörübungen'.

Zu dem Abschnitte ‘Phonetische Winke und Hilfen mögen auch noch ein paar Bemerkungen im einzelnen Platz finden. Bei den Nasalen überrascht es mich, dass Hasberg dem Lehrer nicht empfiehlt, das Gaumensegel dem Schüler im Handspiegel zu zeigen. Dann befremdet die Forderung, dass die Lernenden den Mund ganz weit aufmachen sollen (S. 32, vgl. S. 49); dies ist meines Erachtens hier von keinem Nutzen, eher wirkt es hindernd, denn durch weites Öffnen des Mundes wird die Zunge leicht unruhig, und die Schwierigkeit besteht ja gerade darin, die Zunge möglichst ruhig zu halten, d. h. ihr ja nicht mehr Bewegung zu gestatten, als zur Erzeugung des Mundvokals unumgänglich notwendig ist, weil sonst leicht das Gaumensegel gereizt wird und in die Höhe fährt oder der hintere Zungenrücken den Mundzugang versperrt. Bei dieser Gelegenheit sei etwas bemerkt, was ich in den mir bekannten phonetischen Lehrbüchern nicht angegeben gefunden habe, nämlich dass in der heutigen Pariser Aussprache sich ziemlich stark phon. ů nähert (ausgenommen in non) und weiterhin à dem ò. In immanquable (S. 33) ist die Aussprache mit Nasal doch gewiss nicht die gewöhnliche. Das l in gentil enfant (S. 41) ist mouilliert, wie es ja richtig kurz vorher für gentilhomme angegeben wird. Der Tonvokal in Montaigne (S. 27) lautet heute wohl häufiger e als a; es liegt offenbar eine Rückwirkung der Schreibung auf die Aussprache vor. Berlin.

0. Schultz-Gora.

Georg Stier, Causeries françaises. Ein Hilfsmittel zur Erlernung

der französischen Umgangssprache. Für sämtliche höhere Lehranstalten, Fortbildungsschulen, Pensionate, sowie zum Selbststudium. Zweite, durchgesehene und vermehrte Auflage. Köthen, Otto Schulze, 1901. XXX, 256 S. 8. Geb. M. 2,80.

Ein gutes, empfehlenswertes Buch. Mit vielem Geschick hat der Verfasser für eine Anzahl von Vorkommnissen des täglichen Lebens, wie Reisen, Einkäufe, Benutzung des Telephons u. 8. W., die wichtigsten hierbei in Betracht kommenden Ausdrücke und Wendungen zu zusammenhängenden Texten verwoben, auch allerlei nützliche Belehrungen über Realien eingeflochten. Die Texte lesen sich recht gefällig und zeugen von gründlicher Beherrschung der franz. Umgangssprache. Eine Einleitung giebt schätzbare Winke für die Benutzung des Werkes. Berlin.

E. Pariselle.

Henri Paris, Les Français chez eux et entre eux. Conversations

de la vie courante (Titel auf dem Einband: Wie fremde Sprachen gesprochen werden. Französische Gespräche). Leip

zig, Paul Spindler (o. J.). VI, 120 S. 8. Geb. M. 1,50. Deutsche Übersetzung dieser Gespräche zum Rückübersetzen ins

Französische eingerichtet von M. Beck. Geb. M. 1,30.

Von dem vorstehend angezeigten Buche von Stier unterscheidet sich das von Pâris dadurch, dass es in Dialogform abgefasst ist. Dies erscheint mir, zum mindesten für den Schulunterricht, als ein Nachteil, weil mit solchen Dialogen sich nichts weiter anfangen lässt als die fertigen Fragen und Antworten einzuüben, während an zusammenhängende Stücke sich freiere, die Produktivität der Schüler anregende Übungen anschliessen lassen. Mit dieser Einschränkung kann das Büchlein wohl empfohlen werden. Die 34 Gespräche, die es enthält, sind in gutem familiärem Französisch, wie es von Gebildeten gesprochen wird, abgefasst und zeigen überall das Bestreben, jene Fadheit des Inhaltes zu vermeiden, die vielen ähnlichen Konversationsbüchern anhaftet. – Der zur Rückübersetzung eingerichteten deutschen Übersetzung der Gespräche ist die Bemerkung vorangeschickt, es sei in ihr weniger auf Eleganz der Sprache als auf Genauigkeit, ja Wörtlichkeit der Übersetzung Gewicht gelegt worden. Aus diesen Worten spricht aber eine zu grosse Bescheidenheit. Zwar finde auch ich es nicht gerade sehr elegant, wenn Bonjour, monsieur, à quoi dois-je l'honneur ...? wiedergegeben wird mit: Guten Tag, mein Herr, was (sic!) verdanke ich die Ehre? Dafür aber drücken sich an zahlreichen Stellen die Personen, denen die Gespräche in den Mund gelegt sind, mit einer so raffinierten Eleganz aus, wie sie mir im Leben selten begegnet ist. So führt sich z. B. S. 67 eine Wäscherin mit den Worten ein: Guten Tag, mein Herr, ich komme von der Portiersfrau, um mich Ihrer Wäsche anzunehmen, worauf der erfreute Herr nicht minder gewählt antwortet: Ich wiirde sehr befriedigt sein, wenn Sie es auf sich nehmen wollten, sie in Ordnung zu halten, zu flicken u. s. w. Berlin.

E. Pariselle.

Gerhard Strotkötter, La Vie journalière oder Konversations

übungen über das tägliche Leben in französischer und deutscher Sprache. Leipzig, B. G. Teubner, 1901. 56 S. gr. 8.

Dieses Heft, dessen Inhalt aus seinem Titel zur Genüge erhellt, ist für den Schulunterricht zusammengestellt. Ich vermag an ihm weder besondere Vorzüge noch besondere Mängel zu entdecken. An kleinen

Mängeln ist mir aufgefallen: die unzulässige Silbentrennung ra-yonnant (S. 4), der Druckfehler une poêle, ein Ofen (S. 7), die unfranzösischen Wendungen Veuillez rous bien asseoir und Donnez-vous bien la peine de tous asseoir (S. 41) und n a resté six mois = Er ist sechs Monate dagewesen (nicht mehr da) (S. 52), was man meines Wissens nur von wenig gebildeten Franzosen zu hören bekommt. Berlin.

E. Pariselle.

Dr. R. Kron, Guide épistolaire. Anleitung zum Abfassen fran

zösischer Privat- und Handelsbriefe. Erweiterte Neubearbeitung. Karlsruhe i. B., J. Bielefelds Verlag (o. J.). 47 S. 8. M. 2.

Der Verfasser giebt keine Sammlung von Musterbriefen, sondern hat die wichtigsten Wendungen, die in den verschiedenen Briefarten, wie Gratulationsbriefen, Dienstanerbieten, Ersuchen um Auskunft u. s. w., Anwendung finden, übersichtlich zusammengestellt, so dass ein jeder den Brief, den er zu schreiben wünscht, gewissermassen in seinen Grundlinien vorgezeichnet findet. Die nötigen Belehrungen über die im Französischen üblichen Formalien fehlen nicht, und das Werkchen, das auf engem Raume eine Fülle von Wissenswertem bietet, wird allen, die französische Briefe zu schreiben haben, gute Dienste leisten. Berlin.

E. Pariselle.

der vom 20. November 1901 bis comm. Februar 1992 bei de

Verzeichnis der vom 20. November 1901 bis zum 17. Februar 1902 bei der

Redaktion eingelaufenen Druckschriften.

The American journal of philology. XXII, 2 (J. M. Garnett, Über T. Toller's Outlines of the history of the English language und über W. Sedgefield's Übersetzung von König Alfreds Version of the consolations of Boethius). – XXII, 3.

Zeitschrift für österreichische Volkskunde. VII, 5, 6. 8. 201—264, mit 22 Notenbeispielen [M. Haberlandt, O. Weinhold. – B. Krobott, Die kroatischen Bewohner von Themenau in Niederösterreich. -- H. Reinhofer, Gesammeltes aus dem Voralpengebiete. – E. Domluvil, Eine Art ehemaliger Hausindustrie in der mährischen Walachei. – J. Zahradník, Ostereier aus Neudorf bei Ung.-Hradisch. – Kleine Mitteilungen. Ethnographische Chronik. Litteratur etc.).

Schweizerisches Archiv für Volkskunde ... herausgeg. von Ed. Hoffmann - Krayer. V, 4 [G. Sütterlin, Sagen aus dem Birseck. H. Kasser, Die Reinhardt'sche Sammlung von Schweizer Trachten aus den Jahren 1789-1797. R. Morax, Le Carnaval dans la Vallée de Conches. J. Jegerlehner, Sagen aus dem Val d'Anniviers. E. Hoffmann-Krayer, Die Berufe in der Volkskunde. Bücheranzeigen Berichtigungen. Register].

Dietrich, Carl, Grundlagen der Völkerverkehrssprache. Entwürfe für den Auf- und Ausbau einer denkrichtigen, neutralen Kunstsprache als zukünftige (sic) Schriftsprache, eventuell auch Sprechsprache für den internationalen Verkehr. Dresden, Kühtmann, 1902. 70 S. M. 3.

Wheeler, B. J., The causes of uniformity in phonetic change. Separat-Abdruck aus den Transactions of the American Philological Association, 1901. S. 5–15.

Flaschel, H., Unsere griechischen Fremdwörter. Für den Schulunterricht und zum Selbststudium. Leipzig, Teubner, 1901. 79 S.

Varnhagen, H., Zur Geschichte der Legende der Katharina von Alexandrien. Sonderabdruck aus der Festschrift der Universität Erlangen zur Feier des 80. Geburtstages des Prinzregenten. Erlangen, Deichert, 1901. 14 S. 4. M. 0,60. (Varnhagen weist bisher unbeachtete lateinische Fassungen der Katharinenlegende nach und unterzieht Knusts Angaben über die Quellen der englischen Fassungen einer Nachprüfung.)

Müller, Dr. Heinrich, Oberlehrer am Bismarckgymnasium zu Dt.Wilmersdorf, Fort mit den Schulprogrammen! Berlin, Gerhardt, 1902. 32 S. 8. M. 0,50.

Litteraturblatt für germanische und romanische Philologie. XXII, 11, 12.

Modern language notes. XVI, 7 [E. C. Baldwin, Ben Jonson's indebtedness to the Greek character-sketch. – H. S. Thieme, Joseph Texte. —

A. S. Cook, Paradise lost VII, 364–6. – J. A. Walz, The American revolution and German literature. I. – E. W. Scripture, Current notes in phonetics. – R. Holbrook, Mistranslation of Dante. - W. E. Mead, Commendry. - E. S. Hooper, Skelton's 'Magnyfycence and Cardinal Wolsey, - Reviews etc.). -8 (J. A. Walz, The American revolution and German literature. II. - C. Harrison, Remarks on the criteria of usage, with especial reference to Kind of, Sort of. — C. C. Rice, Etymological notes on Old Spanish Consograr. - C. W. Eastman, Isidor 17, 7. W. H. Browne, Fewter. -- A. J. Roberts, Did Hroswitha imitate Terence?). – XVII, 1 [C. B. Bradley, Is 'we' the plural of 'I'? – F. A. Wood, Etymological notes. - L. Pound, Another version of the ballad of Lord Rundal. – A. S. Cook, An unsuspected bit of Ags. verse. W. P. Reeves, Shakespeare's Queen Mab].

Publications of the modern language association of America. XVI, 4 (R. H. Fletcher, Two notes on the Historia regum Britanniae of Geoffrey of Monmouth. — M. A. Scott, The book of the courtyer, a possible source of Benedick and Beatrice. — C. S. Northup, Dialogus inter corpus et animam: a fragment and a translation. - Proceedings).

Die neueren Sprachen ... herausgeg. von W. Vietor. IX, 7 (F. N. Finck, Die französischen Laute des XIII. Jahrhunderts nach dem Zeugnis mittelarmenischer Transskriptionen. E. Rodhe, Les différences de ton dans le vocabulaire français. Berichte. Besprechungen). 8 [A. Brunnemann, George Sand. E. Sieper, Studien zu Longfellows Evangeline. Berichte. Vermischtes).

The modern language quarterly. IV, 2 [H. C. Wyld, Henry Sweet. - G. Hodgson, Henry Vaughan. - W. W. Greg, Fairfax eighth eclogue. - G. C. Moore Smith, Donpiana. - A. Tilley, Aspurious book of Pantagruel. – Correspondence etc.). — 3 (E. Oswald, The English Goethe Society. – R. B. Mc Kerrow, The use of so called classical metres in Elizabethap verse. I. - F. C. Nicholson, Minnesong and the Elizabethan sonpets. – P. Bauer, Karl Weinhold. - Reviews etc.).

Clark, W. J., Byron und die romantische Poesie in Frankreich. Diss. Leipzig, 1901. 104 S.

Steuerwald, Dr. Wilhelm, Kgl. Gymnasialprofessor in München, Übersetzung der Absolutarialaufgaben aus der französischen und englischen Sprache an den humanistischen Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen Bayerns. Dritte vermehrte Auflage. Stuttgart, Muth, 1902. 200 S. 8. Geb. M. 2. (Die deutschen Texte, die den Schülern zum Ubersetzen vorgelegt worden sind, hat man ebenfalls gesammelt herausgegeben : Würzburg, Stachel, M. 2; auch getrennt in zwei Bändchen zu M. l.)

Americana Germanica. IV, 1 [M. D. Learned and C. Grosse, Tagebuch des Capt. Wiederholdt vom 7. Oktober 1776 bis 7. Dezember 1780).

The journal of Germanic philology. III, 3 [O. P. Seward, The strengthered negative in MHG. — G. L. Kittredge, The ‘Misogonus' and Laurence Johnson. — W. D. Briggs, King Arthur and King Cornwall. G. Hempl, Influence of vowel of different quantity. – G. E. Karsten, The ballad of the cruel moor. - Reviews. – A. S. Cook, P. J. Cosijn, in memoriam). - 4 [E. Jack, The autobiographical elements in Piers the Plowman. - N. C. Brooks, The lamentation of Mary in the Frankfort group of passion plays, -- P. S. Allen, W. Müller und das deutsche Volkslied. III. - F. G. Schmidt, Bursenknechtlied. – K. Francke, A romantic element in the prelude to Goethe's Faust. -- F. Klaeber, An emendation in the 0. E. version of Bede IV, 24. – Reviews).

Euphorion. 5. Ergänzungsheft (B. Richter, Die Entwicklung der Naturschilderung in den deutschen geographischen Reisebeschreibungen,

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