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ne byở nawiht godes nemđe unrotnys and þystru. And after þam-þe đu 29 dead bist, þonne cymst þu 30 to helle, and be-twix deadum mannum bið þin earding-stow niđer on eorđan and þin seađ biđ twegea cubita wid and feowra lang.'

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Lexikogrape aus ihm

der ne

Für die englische Lexikographie ist unser Text von Bedeutung, weil zwei Wörter bisher nur aus ihm belegt wurden. Das eine derselben müssen wir freilich auf Grund der neuen Lesung aus unseren Wörterbüchern (Bosworth-Toller, Hall, Sweet) streichen: es ist jenes slic'cunning', das aus Cockaynes slicera (Z. 20) gefolgert wurde. Cockayne selbst hatte S. 87 zwischen der Lesung slicera und sliæra geschwankt. Wenn er ebenda das ne. sly, an. sloegr, nhd. schlau darin sehen wollte, so verbietet das schon die Lautlehre. Und Halls Anknüpfung an ne. sleek ‘glatť scheitert an der Bedeutung. Daher hatte ich schon, bevor ich Herberts Lesung erhielt, als Entsprechung für das sapientior der Quelle ein snotera an Stelle von James' [slic?Jera vermutet. Nach Herberts Lesung jetzt lassen es die kleinen Beschädigungen unzweifelhaft, dass in der Handschrift snotera stand (s. den Variantenapparat). Vereinfachung des schwachtonigen rr findet sich auch sonst, sowohl bei diesem Worte (z. B. im Pariser Psalter CVI, 42 bei Grein-Wülker III", 173) als bei anderen Komparativen (Sievers, Ags. Gr.3 S. 118; Cosijn, Aws. Gr. I, 190).

Das zweite interessante Wort ist heagorun (Z. 4), das hier zunächst nicht direkt dem lat. necromantia zu entsprechen braucht;' sondern vielmehr, vorsichtiger gesagt, der ganze Ausdruck fecit nicromantiam et eduxit ab inferis idolum fratris sui ist frei durch him geopenude þa heagorune đæs deofelgildes his brošur wiedergegeben. Welche Bedeutung heagorun an sich hat, ist daher schwer bestimmt zu sagen. Bosworth-Toller übersetzt a mystery in which magic is involved, necromancy', Hall 'spell, Sweet 'necromancy, mystery'. J. Franck in seiner gründ

· Auch deofelgild könnte hier trotz des lat. idolum der Vorlage nicht seine konkrete Bedeutung 'Götzenbild' haben, sondern seine ursprüngliche abstrakte: etwa 'Götzenopfer, Götzendienst, wie ähnlich ae. blõstmgild, nihtgild, hydgyld (Napier, 0. E. Glosses I, 4717).

lichen Geschichte des Wortes Hexe'' S. 658 Anm. erklärt es als 'heimliches, falsches Wissen, Afterwissen'. Aber ich weiss nicht recht, wie sich die letztere Bedeutung in unsere Phrase him geopenude þa heagorune đæs deofelgildes einfügen soll. Ich meine, so etwas wie "Zauberformel', 'Zauberspruch', "Zauberlied müsse das Kompositum hier doch wohl heissen. Leider ist auch der damit verbundene Verbalbegriff him geopenude nicht ganz klar. Am ehesten sind wohl noch Ausdrücke wie onband beadu-rüne mõdges mere-faran Beow. 501 (also ebenfalls mit abhängigem Genetiv!) und hete-rune bond Räts. 34, 7 (lies onbond?) zu vergleichen. Andererseits ist nicht zu übersehen, dass Jamnes ein Zauberbuch vor sich hatte, und dass somit das Aufschlagen des Buches den Ausdruck veranlasst haben kann. Ein Entscheid würde schliesslich von der Frage abhängen, ob hier überhaupt ein altenglischer Terminus Technicus für eine germanische Beschwörungsceremonie vorliegt oder ob der mönchische Übersetzer zur Wiedergabe einer ihm fremden Sache, so gut es ging, Heimisches mit Fremdem (Buchaufschlagen) verbunden hat. Sachlich könnte man jedenfalls an solche Totenbeschwörungen denken, wie sie uns für die ältere Zeit nur aus Skadinavien ? belegt sind, aus jüngerer Zeit aber auch für England 3 und Deutschland“ bezeugt sind. Zudem glaube ich jetzt auch einen Beleg für Altengland beibringen zu können. Die Ælfricsche Homilie De auguriis enthält nämlich in dem Hatton MS. 116 (früher Junius 24) des ausgehenden 11. Jahrhunderts einen zweiten Teil (oder längere Fortsetzung?), welcher folgende Stelle enthält, die wohl sicher auf ein Totenwecken zu deuten ist, obschon ich nur das mit dem Nachsatz beginnende Stückchen citieren kann, das Wanley im Catalogus S. 42 bietet: đæt se deada arise þurh

Gedruckt als Anhang zu J. Hansen, Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hexenwahns und der Hexen verfolgung im Mittelalter. Bonn 1901.

2 Vgl. E. H. Meyer, Mythologie $ 104; Golther, Germanische Mythologie S. 644 ff.; Kögel, Deutsche Litt. I, 1, 52 Anm. 2; Mogk in Pauls Grundriss III 2, 343, 404.

3 J. Brand, Observations on Popular Antiquities (Neudruck, London 1900) S. 618 ff.

4 Wuttke, Deutscher Volksaberglaube3 & 773 ff.; Mogk a. a. 0. 252.

hyre dry.cræft . Deofol-gildi and dry-cræft, wicc-cræft and culamga sumd so đe andsate trum haelende Caste; and đa de þa cræftas begađ, syndan Godes widersacan. Im Lichte dieser Stelle darf man weiter wohl an die von Kemble (Saxons in England I?, 526) citierte Theodorsche Bussvorschrift erinnern: Qui nocturna sacrificia daemonum celebraverint vel incantationibus daemones invocaverint, capite puniantur, und an die in Eadgars Canones verbotenen līc-wiglunga (Kemble, a. a. 0. S. 527 Anm. 2), weiterhin vielleicht auch an die Glossen I, 1927; 2021; 2909; 4055; 4132; 4701; II, 283; IV, 29 in Napiers Old English Glosses (Oxford 1900), wo necromantia mit an sich zwar allgemeinen Ausdrücken wie deoflic galdor, oder galdor allein, gedwimor, wicce-cræft, dry-cræft wiedergegeben ist.

In der Vorstellung des englischen Mönches wird also vermutlich Mambres zur Beschwörung seines verstorbenen Bruders einen ähnlichen Zauber angewendet haben wie Odinn, der die Volva mit einer Zauberformel, einem valgaldr, zu erscheinen zwang, 2 oder an einer anderen Stelle der Edda sich rühmt, mit Runen einen Erhängten wieder zum Gehen und Sprechen bringen zu können. 3

Wenn es richtig ist, wie gemeinhin angenommen wird, dass ahd. hellirūna 'necromancia' und die entsprechend anzusetzenden Ausdrücke der anderen Dialekte ein technischer Ausdruck für solche Beschwörungslieder sind, so würden wir in dem davon abgeleiteten schwachen Femininum ae. hel - rune 'phytonissa's ein weiteres direktes Zeugnis für solchen Höllenzauber bei den Angelsachsen sehen dürfen, welches um so bedeutsamer ist, als es uns eine neue Möglichkeit gewährt, obiges heagorun auch auf anderem Wege als Terminus Technicus für Totenbeschwörungszauber wahrscheinlich zu machen. Das Wort heagorun ist uns nämlich in einer etwas abweichenden Gestalt noch

Man beachte, dass deofol-gild dem dry-cræft parallel steht und also auch hier abstrakt gebraucht ist.

? Baldrs draumar Str. 4.
3 Hóvamól Str. 155.
* Kögel, I, 1, 52; Golther S. 615; Mogk S. 254.

- Napier, 0. E. Glosses 1, 1926; 2, 60; 7, 106; 8, 106; Wright-Wülker I, 6010; auch Beow. 163 für Grendels Sippe; hel-rynegu Wr.-W. I, 472 11.

ein zweites Mal belegt, in der Glosse heahrun (pythonissa' d. i. "Zauberin' (Wright-Wülker I, 493 38), worin heahrun sich ebenso zu heagorun stellt wie north. heh-stald zu hago-steald oder hæhtesse zu hægetesse. Heahrun erscheint hier also völlig synonym mit dem obigen hel-rune gebraucht, und was von heahrun gilt, muss auch von heagorün gelten. Wenn also heahrun "Zauberin' als Personenbegriff belegt ist, und für das synonyme germ. *haljarino sowohl das konkrete “Zauberin' wie das abstrakte ‘Höllenzauber feststeht, und heagorun an unserer Stelle einen abstrakten Begriff verlangt, so ist es wohl kaum zu kühn, anzunehmen, dass eben diese abstrakte Bedeutung dieselbe ist wie bei *halja-runā, nämlich eben ‘Totenbeschwörungszauber'.

Wenn man nun die völlig parallele und synonyme Verwendung von helliruna -haljaruna und heagorun-heahrun gelten lässt und die Identität des zweiten Bestandteiles in beiden Kompositis erwägt, sollte es da nicht erlaubt sein, in dem ersten Bestandteile ws.-kt. *hagu-, angl. heagu- einen ähnlichen Begriff wie hell zu vermuten, und wäre es auch nur irgend ein Wort für ein gespenstisches oder dämonisches Wesen? Ja, ich glaube, wir können noch einen Schritt weiter gehen und dasselbe * hagu‘gespenstisches Wesen auch in den schwer zu deutenden Wörtern ahd. Haguno, ahd. hagupart ‘Popanz, Larve', ae. heagotho 'manes' und weiterhin auch ahd. hagazussa 'Hexe', ae. hægtesse suchen.? Ich knüpfe dabei an eine Aufstellung Kögels (Deutsche Litt. I, 2, S. 207 f.) wieder an, die J. Franck (Gesch. des Wortes Hexe S. 657 f.) ausdrücklich abgelehnt 3 hat, ohne mich freilich

1 Hall trennt die beiden und schreibt hēahrūn, das er offenbar also zu hčah 'hoch' zieht.

2 Ich wäre auch geneigt, ae. heahgealdor 'incantation, magic word', das Hall aufführt, hierher zu ziehen, wenn ich nur wüsste, in welchem Zusammenhange das Wort vorkommt.

3 Franck sieht in heagorün 'heimliches, falsches Wissen' jenes hag-, das als erstes Glied von Kompositis den Begriff des 'Heimlichen, Nichtlegitimen, Nichtvollwertigen' entwickelt hat. Aber diese Etymologie scheint mir an der Bedeutung zu scheitern, die zu dem abhängigen Genetiv nicht passt. Auch wüsste ich sonst kein Beispiel auf englischem Boden für diese Verwendung des hag-. Denn die ae. Glossen hagan 'quisquiliae' und hagan ‘gignalia', welche man vielleicht dahin ziehen könnte, erklären sich wohl besser aus einer übertragenen Verwendung von haga Mehlbeere'; vgl. beanscala “quisquiliae'.

von der Unmöglichkeit dieser Kombination – die Unsicherheit derselben gebe ich selbstverständlich zu — völlig überzeugt zu haben. Namentlich legt Franck Wert darauf, dass nirgendwo eine Spur von u als Mittelvokal in der Sippe 'Hexe' bewahrt sei. Dagegen möchte ich auf eine ae. Donatus-Glosse hinweisen (ed. Napier, Archiv LXXXV, 311 und O. E. Glosses 53, 15), welche ein hea gotho 'manes' bietet. Das Glossar rührt von einem des Englischen unkundigen langobardischen Schreiber des 11. Jahrhunderts her, welcher ein mercisches Original des 8. Jahrhunderts, vielleicht durch Mittelglieder, wiedergab und t und th völlig promiscue gebrauchte. Wie er in etheacan für ætēacan fälschlich th für t schrieb,' wird wohl auch in obiger Glosse t gemeint sein,? so dass wir heagoto erhielten. Und dieses heagoto – sei es nun neutraler Nom. plur. oder femininaler Nom. sing. — könnte sehr wohl die von Franck angesetzte Grundform für 'Hexe', urgerm. * yayut- (neben jüngerem * yayat-), enthalten, also das Wort in seiner ursprünglichsten Gestalt ohne zweites Suffix repräsentieren. Man sieht, Francks übrige Aufstellungen würden sehr wohl dabei bestehen bleiben, so vor allem sein Nachweis, dass ae. hægtesse etc. kein Kompositum ist, sondern eine Ableitung von einem urgerm. * yay- mittels t-Suffixes, und dass weiter die germ. Grundform mit dem idg. (onomatopoetischen) * qaqh- lachen, höhnen' zusammenhängt 3 (vgl. ai. kakhati 'er lacht, gr. xoydów lachen, höhnen', lt. cachinno 'laut auflachen': ahd. huoh 'Spott, Hohn'); nur dass wir eine alte Ableitung mit -Thema, urgerm. * yayu- 'höhnendes Gespenst', dazwischen einschieben.

Für die Formenlehre ist aus unserem Text der dem Dativ angeglichene Genetiv bređer (Z. 3) zu notieren. Syntaktisch ist die Relativellipse in twam gebrodrum, Moyses hatte and Aaron (Z. 21) interessant, wozu Einenkel, Pauls Grundriss 12, S. 1120, zu vergleichen ist. 4

1 Umgekehrt braucht er t statt th in traed ‘filum'.

? Napier zwar schlägt zweifelnd hellgodo vor, was er durch die Glossen ae. helgodes ‘ditis' und ahd. helligota manes' stützt. Aber durch Francks Aufstellungen scheint mir die Glosse in ein neues Licht gerückt zu sein.

3 Nach Franck vielmehr idg. *kak-, ai. kakkati, gr. mxášo.

* Aus den "Wundern des Orients' seien zwei weitere Beispiele vermerkt: donne is sum dun, Adamans hatte und on þære ylcan stowe byd oder fugelcynn, Fenix hatte (beide § 35 bei Cockayne).

Aufstelgodes ditis" und ägt zweifelnd helilodraed filum.

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