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wie das NED ausweist, mindestens hundert Jahre älter; 'if you do not come out of the land of cakes before New Year's day,' etc. liest man in den Lauderdale Papers (1669). Allan Ramsay ist a. a. O. durch kein Citat vertreten, trotzdem er den fraglichen Ausdruck zweimal gebraucht und dadurch zu seiner Verbreitung sicherlich stark beigetragen hat: The Rise and Fall of Stocks, v. 195, und Answer to Mr. Somervile's Epistle (Ed. 1731, II 187). Erwähnung verdient des ferneren der Titel einer ums Jahr 1760 erschienenen Musiksammlung: "The Land of Cakes. Book the first, containing Six Songs set to Musick“in the True Scots Taste, etc. London, printed for R. Williams. Leider figuriert auch das wichtige Fergussoncitat Scotland ... alias Land of Cakes' (The King's Birth-day in Edinburgh, XI 2) nicht im NED. Berlin.

0. Ritter.

beigetra Somervile's Titel einer. Bookt sammunfusiek in.eider figurer The

Dr. Wolcot als Mitarbeiter an George Thomsons 'Scottish Airs.'

In seinem Briefe an Mrs. Dunlop vom 20. Dezember 1794 schreibt R. Burns: 'I have often mentioned to you a superb publication of Scottish songs (scil. Thomson's Select Collection of original Scottish Airs) ... where I have the honor to preside over the Scottish verse, as no less a personage than Peter Pindar does over the English.' Diese Angabe ist irreführend, denn thatsächlich hat sich die Mitarbeiterschaft Peter Pindars auf das Beisteuern einer sehr kleinen Anzahl englischer Liedertexte beschränkt. Es ergiebt sich das nicht nur aus einigen Stellen der Burns - Thomson- Korrespondenz (Chambers-Wallace III 391, IV 30, 35, 146), sondern auch aus dem folgenden Passus in Thomsons Vorrede zu seiner Sammlung: "[The Editor) has ... along with each Scottish Song ... given one purely English, which may be sung to the Scottish Air... This addition to the Poetry must be acceptable to every person of taste; as it will be found to include the most admired Songs in the English language, besides many new ones written on purpose, a number of which come from the elegant and humorous pen of Dr. Wolcot, better known by the whimsical appellation of Peter Pindar.' Wolcots Lieder scheinen Thomson später nicht mehr gefallen zu haben, da er sie bis auf drei (Ed. 1838, I 31, 38; IV 182) eliminiert und durch andere ersetzt hat. Berlin.

0. Ritter. Citate bei Burns. Von einigen Citaten, die in Robert Burns' Korrespondenz erscheinen und deren Identifizierung bisher nicht gelungen war, bin ich in der Lage, die Herkunft anzugeben.

'Studying men, their manners, and their ways' (Brief an Orr vom 7. Sept. 1782 u. 7.) nach Popes January and May, 157 'And studied men,' etc.

The sons of little men' (Brief an Mrs. Dunlop vom 15. Jan. 1787) nach Ossian, Berrathon, Abschn. 5 und 20.

"Sick of the world and all its joy, etc. (Brief an Clarinda vom 21. Jan. 1788) ist der Anfangsvers eines Gedichtes im Weekly Magazine, or Edinburgh Amusement, XXVI 50 (1774).

‘O, what is life, that thoughtless wish of all! A drop of honey in a draught of gall’ (Brief an Clarinda vom 6. März 1788) steht in A Poem, sacred to the Memory of a dearly beloved and only Daughter, etc. (The Poetical Calendar ... selected by Francis Fawkes, M. A., and William Woty, 2 1763, IV 73).

“(He) who forms the secret bias of the soul (Brief an Dr. Moore vom 4. Jan. 1789) nach Akenside, The Pleasures of Imagination, III 523 [God alone, when first his active hand] Imprints the secret bias of the soul.'

A few summer days and a few winter nights, and the life of man is at an end' (Brief an William Dunbar vom 14. Jan. 1790) stammt aus Samuel Johnsons Greenland Tale' Anningait and Ajut (vgl. meine Quellenstudien zu Robert Burns, 1773--1791, S. 219, Anm. 1).

•Join night to day, and Sunday to the week' (Brief an Cunningham vom 14. Febr. 1790) steht in Youngs Satire Love of Fame, V 102.

•Join grief with grief and echo sighs to thine' (Brief an Mrs. McLehose vom Juli 1791) steht in Popes Eloisa to Abelard, v. 41 f.; das in demselben Briefe begegnende Citat [I] dare to sin, but not to lie' stammt aus Charles Churchills Ghost, Book II (v. 156). Berlin,

0. Ritter. Ein Brief Macaulays. Der grosse Essayist und Historiker Th. B. Macaulay (1800 bis 1859) stand nicht mit vielen deutschen Schriftstellern in Verbindung. Auch das Deutsche war ihm, wie aus einer Äusserung des gleich folgenden Briefes hervorgeht, nicht eben sehr geläufig. Freilich sagt Trevelyan, 'Leben und Briefe Macaulays,' übersetzt von Böttger, II 480, von ihm, dass er alle Schriften Lessings über die Kunst und Goethes über die Poesie eifrig und ängstlich genau studiert hatte,' doch mag ein solches Studium ebensowohl einer Übersetzung als dem Original gegolten haben.

Es ist wahrscheinlich, dass er manche deutsche Schriftsteller und Gelehrte kennen lernte, die gelegentlich auf wissenschaftlichen Reisen nach England kamen oder als Flüchtlinge länger die Gastfreundschaft des Insellandes in Anspruch nahmen. (Freilich belehrt die angeführte Biographie uns über solche Beziehungen in keiner Weise.)

Eine solche Beziehung soll im folgenden dargelegt werden. Der Brief, durch den sie bezeugt wird, lautet:

Albany London
Sir

December 13, 1851 I beg you to accept my thanks for your very obliging letter and for the volumes which accompanied it.

I have read your history of the Prussian Revolution with great, though not unmixed pleasure. I think that the story is told with great vivacity and eloquence; and to a great extent my opinions agree with yours. I heartily dislike despotism. I dislike the domination of a military caste. I dislike the domination of a caste of official Mandarins. I dislike the domination of a caste of patricians. But I do not agree with you in thinking that in any of the old countries of Europe, supreme power can safely be intrusted to the majority of the population told by the head. That majority is poor and it is ignorant. Being poor, it naturally wishes for relief. Being ignorant, it is naturally disposed to listen to demagogues, who proclaim, that relief is to be obtained by attacking the institution of property. And to you it must be unnecessary to say that any temporary relief which a people can obtain at the expense of the institution of property resembles the relief which they would obtain, in a season of scarcity, by eating of the seedcorn from which the harvest of the next year is to spring. You condemn, and most justly, the extravagances of the Socialists: but you do not, I think, feel, as I do, that any government really based on universal suffrage must, in thickly peopled countries, where great masses of capital have been accumulated and where there is a great inequality of conditions, end in Socialism.

I hope that you will pardon the frankness with which I tell you my opinion and that you will receive it as a mark of my sincere esteem.

I have procured your Edition of Aristotle's Politics; and I hope soon to be able to find leisure for reading that treatise, the best I think, of Aristotle's works, with your translation. I also promise myself much pleasure from studying your travels. I am sorry to say, however, that I get on but slowly with German, even when it is written as you write it.

I have the honour to be

Sir
Your faithful servant

T. B. Macaulay. Der Adressat unseres Briefes ist Adolf Stahr (1805–1876), der bekannte Publizist, Archäologe, Litterarhistoriker. Als er jenen Brief empfing, hatte er seine bekanntesten Werke: 'Torso', 'Lessing', 'Goethes Frauengestalten' noch nicht geschrieben, war aber durch eine vielseitige dramaturgische, litterarische, politische Thätigkeit bekannt. Er war Lehrer (Professor) in Oldenburg gewesen, hatte aber infolge eines Halsleidens seine Stellung aufgeben müssen. Da seine kleine Pension zur Bestreitung seines Unterhaltes und desjenigen seiner Familie nicht genügte, sah er sich zu einer ausgebreiteten schriftstellerischen Thätigkeit genötigt. Zu einer um so grösseren, als er damals fest entschlossen war, eine zweite Ehe mit Fanny Lewald einzugehen, und zur Abfindung der ersten Frau, zu ihrer und der Kinder Versorgung eines grösseren Verdienstes bedurfte. Um sich einen solchen zu verschaffen, knüpfte er Verbindungen mit dem Auslande an, in der Hoffnung, dadurch Übersetzungen aus fremden Sprachen liefern zu können oder die Übertragung seiner Werke ins Französische oder Englische zu ermöglichen. Schon aus dieser Rücksicht ist die Anknüpfung mit Macaulay erklärlich.

Durch wen Stahr auf den grossen englischen Historiker hingewiesen, durch wen er veranlasst wurde, ihm eine seiner Schriften zu schicken, lässt sich nicht genau bestimmen. Es wäre denkbar, dass Fanny Lewald ihrem Freunde die Wege geebnet habe, die im Jahre 1851 in England gewesen war. Nur ist mir das Reisebuch der Genannten: ‘England und Schottland,' 2 Bände, 1852, nicht zugänglich, so dass ich über die etwaige Bekanntschaft der Reisenden mit dem grossen englischen Historiker nichts angeben kann.

Stahr widmete ihm die Geschichte der preussischen Revolution', die in Lieferungen erschien. Die undatierte Widmung bezeichnet diese als 'eine dankbare Huldigung ... für die aus Ihrer Geschichte Englands geschöpfte trostreiche Ermutigung und verweist zur 'Entschuldigung und Erklärung dieses Wagnisses auf den Schluss des vierten Buches. Gemeint können nur die Sätze sein (Bd. II, S. 370): *Mögen freie Völker der Gegenwart ... nicht allzu hart den Stab brechen über das preussische Volk des Jahres 1848 und über diesen ersten schmählichen Ausgang seiner Erhebung. Mögen sie bedenken, dass es nicht nur unsere Schwächen, dass es auch die menschlichen Tugenden unseres Charakters: unsere Ehrlichkeit und unser Vertrauen und die immer auf Versöhnung hoffende, von der Milch der frommen Denkart grossgesäugte Gabe des deutschen, schon so oft betrogenen und verratenen Herzens gewesen sind, welche dieses Ausgangs Schmach herbeigeführt.'

Auf die Zusendung der ersten Lieferungen erwiderte Macaulay in einem artigen Billet (13. Okt. 1851); auf die zweite, die den Schluss des Werkes brachte, in dem oben abgedruckten längeren Schreiben.

Eines weiteren Kommentars bedarf es nicht, noch weniger einer eingehenden Ausführung über des englischen Historikers politische Anschauungen, die bekannt genug sind. Nur um kein Missverständnis über die politische Stellung des Schriftstellers aufkommen zu lassen, dessen Werk die vorstehenden Ausführungen veranlasste, sei kurz bemerkt, dass auch Stahr nichts weniger als ein Revolutionär war. Er hatte freilich, wie so viele der Besten in Deutschland, die

Revolution von 1848 froh begrüsst und die Reaktion verdammt, billigte aber die Ausschreitungen der ersteren nicht und war, wenn er auch einzelne demokratische Anschauungen und Forderungen verteidigte und hochhielt, ein treuer Anhänger der konstitutionellen Monarchie.

Die in dem Briefe erwähnte Ausgabe der Politik des Aristoteles erschien 1836-1838, als Fortsetzung zahlreicher aristotelischer Studien, deren erste bereits 1830 veröffentlicht war und dem jungen Philologen bei Fachgenossen ersten Ranges Beifall und Ansehen errungen hatte.

Eine weitere Folge hatte der Briefwechsel nicht.
Berlin.

Ludwig Geiger. Zu den Oxforder Glossen. Die, wie es scheint, noch im zwölften Jahrhundert geschriebenen französischen Glossen, die Gröber, nachdem sie zwar seit fünfzehn Jahren (durch Ellis in den Anecdota oxoniensia, Class. ser. I 5 S. 27 ff.) gedruckt, aber unter den Romanisten unbeachtet geblieben waren, in der Festschrift der Strassburger philosophischen Fakultät zur XLVI. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner (Strassburg, Trübner, 1901) S. 39—48 in die alphabetische Ordnung der französischen Wörter gebracht und mit wertvollen Bemerkungen begleitet hat, bereiten an einigen Stellen noch Schwierigkeit, und einiges, was Gröber vorträgt, lässt Zweifel oder Vervollständigung zu. So sei gestattet, der wichtigen Veröffentlichung hier ein paar Worte hinzuzufügen.

amacheurs, dessen Ausgang man sich als eins mit kontinentalem -eors wird zu denken haben, und das gleichbedeutend mit lenones sein soll, ist auch mir verdächtig. Lautete das Wort macheors, so kann es von dem bei Godefroy fehlenden machier, pic. makier 'verabreden, abmachen' (Après ce fu li plais makiés Dont dieus fu batus et sakiés, Vdl Mort 128, 6) abgeleitet und seinerseits der Ausgangspunkt zu maquerel (pic. für * macherel), nfz, maquereau sein, für welches eine befriedigende Etymologie bisher nicht gefunden war.

Dass appentiz (nfz, appentis), unter der Einwirkung von pente, für appendiz eingetreten sei, scheint mir nicht leicht annehmbar; Ableitungen mit -icius vom reinen Verbalstamm giebt es wohl nicht (abattis ist = afz. abatëiz), sie werden von Substantiven oder von participialen Bildungen auf -at oder -it aus gewonnen, vgl. aprentiz; und wenn in einigen Ableitungen von pendre neben nt auch nd auftritt, so dürfte ersteres das ursprüngliche, nd infolge des Lautwandels eingetreten sein, von dem in Zts. f. r. Ph. III 575 aus Anlass von it. fandonia, afz. fendosme neben fantosme die Rede war.

Das mit brandun glossierte lateinische Wort wird facibus statt fascibus zu schreiben sein.

chenapie, womit ulva übersetzt wird, ist auch mir verdächtig. Archiv f. n. Sprachen. CVIII.

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