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eine irgendwie vollständige Aufzählung dieser Sorte von Schriften nicht möglich sei. So stehen freilich manche nicht im Index, die schlimmer sind als die, welche darin stehen, wie z. B. die Novellen von Bandelli, die nur Sixtus hat.'

Wie ich mich überzeugt habe, ist Bandello in dem Index Leos XIII. (Rom 1900) nicht enthalten.

S. 55. Über A eschacius Major finde ich in "The Bibliographer's Manual of English Literature', 1864, I, S. 14, folgenden Vermerk:

Aeschacius, Major. Rationis et Adpetitus Pugna: hoc est, de Amore Edvardi III Regis Angliae. 1592. 18 mo."

Die mir in dem Exemplare der kgl. Bibliothek zu Berlin zugängig gewesene lateinische Ausgabe, deren Titel zwar umfangreicher ist, sich aber zu Anfang mit der vorbezeichneten Aufschrift deckt, ist erst im Jahre 1612 120 erschienen. Im Kataloge des British Museum findet sich ein Exemplar vom Jahre 1592 nicht aufgeführt. Immerhin ist ein so früher Druck wohl denkbar und die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Ausgabe von 1612 sich als eine spätere Auflage des Druckes von 1592 darstellt.

S. 74, lit. a. Von Gressets Édouard III' ist eine fernere Übersetzung ins Deutsche von dem Schauspieler Joh. Wilh. Mayberg (Meiperg) zu verzeichnen. "Geb. 1717, kam er 1743 als Schauspieler zu Kurz nach Wien und starb am 19. Oktober 1761. Er war Übersetzer zahlreicher Dramen, so: Eduard III. (von Gresset), gespielt 1755.' (Goedeke, Grundriss, 2. Aufl., V, S. 302.)

S. 81, Z. 18 v. 0. Es ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Schrift Henri de Juvénels: 'Les Amours d’Edgard, roi d'Angleterre' (Haag 1697) sich nicht auf Edward III., sondern auf den 12. anglosächsischen König Edgar (geb. 942, gest. 975) bezieht, der sich in seinem Privatleben lasterhaften Ausschweifungen hingab.

S. 102, Anm. 1. Seitens Philipp Waimers zu Danzig geschieht in der Vorrede zu seiner Komödie Elisa' (1591) eines Amilius Ferretus Erwähnung. Wie der von mir befragte Th. Mommsen (dem ich für die erwiesene Gefälligkeit verbindlichst danke) mir schreibt, kann an den alten Ferreti aus Vicenza (geb. um 1296, gest. nach 1337) nicht gedacht werden, da dessen Chronik erst von Muratori zum Druck gebracht worden sei. Es könne nur der nicht unbekannte Jurist und Philolog Ämilius Ferretus (Emilio Ferreti, 1489–1552) gemeint sein; wahrscheinlich handele es sich in der Anführung der Liebesgeschichte Edwards zur Gräfin Salisbury um eine beiläufige Erwähnung des Gegenstandes in Ferretis verschiedenen Schriften.

S. 104, Anm. 1. Der Name der zänkischen 'Fetasa', der Frau des Narren Jahn Clam in Ayrers 'Comedia Vom König Edwarto dem dritte', erinnert nicht nur an die Dienerin Fenisa in Cándamos Stück 'La Jarretiera de Inglaterra', sondern auch an die Buhlerin in Lope de Vegas 'El anzuelo de Fenisa'. (Vgl. auch die 10. nov. des 8. Tages aus dem Decamerone des Boccaccio.)

J. Bolte vermag in Ayrers Fetasa keine spanische Fenisa, sondern die Fuzada oder Fudasa des Volksbuches Salomon und Markolf zu erkennen.

S. 107. Im Gegensatz zu der fast allgemeinen Annahme, wonach Jacob Ayrer bei Abfassung seiner "Comedia Vom König Edwarto' sich an englische Quellen angelehnt habe, bin ich nach wie vor der Ansicht, dass dem Nürnberger nur eine der ausländischen Übersetzungen bezw. Bearbeitungen von Bandellos Erzählung II 37, höchst wahrscheinlich die Histoires tragiques' von Boisteau, als Grundlage gedient hat. Dieser Standpunkt ergiebt sich aus der ziemlich genauen Übereinstimmung des Inhaltes des Ayrerschen Stückes mit demjenigen der französischen Darstellung, wogegen in dem Pseudo-Shakespeareschen Drama mannigfache, mehr oder minder erhebliche Abweichungen sich vorfinden. So fehlt in letzterem unter anderen die von Eduard in Aussicht gestellte Versorgung der Söhne des Grafen zu Varucken und die Inanspruchnahme der Vermittelung von Elipsas Mutter. Während ferner in dem englischen Schauspiel die ganze Liebesscene sich in Roxburg abspielt, hat Ayrer – wie Bandello-Boisteau - den mit dem Abzuge der Gräfin aus Schloss Salberich anhebenden zweiten Teil der Begebenheit nach London verlegt. Überdies kann Ayrer den (nach Bolte) sonst nirgends nachweisbaren Paludanus nur aus Boisteau (nov. V) kennen gelernt haben.2

Ich befinde mich mit dieser Auffassung, wie ich erst nachträglich ermittelt habe, in voller Übereinstimmung mit Otto von Leixner, 'Geschichte der deutschen Litteratur,' 5. Aufl., 1899, S. 280: Die "Schröckliche Tragedi vomt Regiment und schändlichen Sterben des Türckischen Kaisers Machumetis des andern” (d. h. des zweiten) und die “Comedia vom König Edwardo" sind dem Stoffe nach einer Sammlung tragischer Geschichten (“Histoires tragiques”) des BelleForest entnommen und nicht jenen englischen Stücken, welche dieselben Stoffe behandelten.' -- Die gegenteilige Ansicht des Schweden H. Schück (William Shakspere, hans lif och värksamhet,' Stock

· Nach J. Bolte hat vermutlich die verlorene (vor 1591 entstandene) deutsche Übersetzung von Bandellos Novelle den Dramen Waimers und Ayrers als Quelle gedient.

? Nachdem ich das Vorkommen des Namens Paludanus in Boisteaus pov. V festgestellt, hat Bolte seine frühere Ansicht, wonach P. einer der bei v. d. Aa, Biogr. Woordenboek, aufgeführten Niederländer dieses Namens (= ten Broeke, van der Broek) gewesen zu sein scheine, fallen gelassen und nunmehr den ganzen Paludanus für eine Erfindung von Boisteau erklärt. — Es darf noch erwähnt werden, dass in der niederländischen Übersetzung der Novellen Bandellos von 1650 (Historie V, S. 173) die Bezugnahme auf Paludanus fortgefallen ist.

durch Tragikome ses Spiedicht sheftelie Hiety

holm 1883, 4, S. 141) soll freilich nicht vorenthalten werden. Dieselbe lautet: Wiewohl es möglich wäre, dass Ayrer das Stück selbständig, mit Boisteau als Quelle, verfasst hat, nehme ich doch an, dass ein längst verlorenes englisches Drama als Vorbild gedient habe.'

S. 121. IV. Niederlande. Herr Professor Dr. J. A. Worp zu Groningen hat, wie ich dankbar anerkenne, die Freundlichkeit gehabt, mich darauf aufmerksam zu machen, dass die Geschichte von Eduard III. und Elips, ausser von A. Karels van Zjerméz, auch durch Jacob Duy m (geb. 1574) dramatisiert worden sei, und zwar in der Tragikomödie 'De Spieghel der Eerbaerheyt (conf. 'Een Spiegelboek inhoudende ses Spiegels, waerin veel deuchden claer aen te mercken zijn. Speelwijs in dicht ghestelt door Jacob Duym ... Leyden ... 1609'). Der Dichter bezeichnet die 'Histoires tragiques' als seine Quelle, also die Tragische of klaechlijcke Historien'. Eine Übersicht dieses Dramas giebt K. Poll in seiner Inauguraldissertation 'Over de Tooneelspelen van den Leidschen Rederijker Jacob Duym', Groningen 1898, S. 19-25, der sich dahin äussert, dass, da die Zeit der Abfassung von Duyms Stück unbekannt sei, es fraglich erscheine, ob der Dichter noch die holländische Übersetzung von 1598—1601 habe zu Rate ziehen können. Poll hat deshalb das Schauspiel mit der späteren Übersetzung von 1650 verglichen.

S. 124, Z. 9 u. 8 v. u. Nach J. A. Worp sind die Zjermézschen Dramen: Vervolgde Laura', 1645, 1679; Klaagende Kleazjenor', 1647, 1670 Übersetzungen der Schauspiele von Jean de Rotrou (16091650): Laure persécutée', tragi-comédie en ó actes, aufgeführt 1637, gedruckt 1639, 1646, 1654, und 'Cléagénor et Doristée', tragi-comédie, aufgeführt 1630, gedruckt 1635.

S. 131, Ziffer 21. Inzwischen ist es gelungen, das kleine Volksbüchlein (chap-book) The Story of King Edward III. and the Countess of Salisbury' (12 mo., printed by J. Briscoe, in the Market Place Whitehaven, n. d.) im British Museum zu ermitteln; der Katalog (unter Edward III.) datiert es 1780 (allerdings mit einem Fragezeichen versehen), 8°. Es trägt die Signatur 1076. 1. 18. (1.) Leider habe ich von dem Büchlein bis jetzt nicht Einsicht nehmen können.

Über den Inhalt der Erzählung liefert John Ashton in seinen ‘Chap-Books of the eighteenth century' (London 1882, S. 390—391) folgende Analyse: This Chap-book seems the only edition extant. It is no great loss in a literary point of view, for the supposed history is pure fiction. The countess is represented as the daughter of Earl Varuccio, and the whole novelette is about the endeavours of the king to seduce her. He tries when her husband is alive, and when she is a widow he still presses her to be his mistress, and is firmly but respectfully repulsed. He makes her father and mother sue to her, without success; and finally, being overcome by the sight of such immaculate virtue, marries her amid the plaudits of the people. The

episode of the garter occupies a paragraph at the end of the book.'

Man sieht, abgesehen von der Geschichte des Hosenbandordens, ist der übrige Inhalt der Darstellung auf Bandello zurückzuführen. Berlin.

Gustav Lieb a u. Zu englischen Liedern. She rose and let me in. Über die Textgeschichte dieses Liedes, dem ja bei uns in G. A. Bürger kein geringer Dolmetsch erstanden ist, hat Ebsworth in den Roxburghe Ballads, VI 194 ff. einige orientierende Notizen gegeben. Die ursprüngliche, von Tom D'Urfey herrührende Fassung (A Collection of Songs and Poems; By Thomas D'Urfey, Gent., London 1683)' ging mit einigen unbedeutenden Veränderungen in den zweiten Band von Ramsays TeaTable Miscellany (1725) über. It reappeared substantially the same ... in the second volume of William Thomson's Orpheus Caledonius; or, A Collection of Scots Songs, p. 30, 1733. But in James Johnson's first volume of The Scots Musical Museum (before Robert Burns became its regular and chief contributor), on p. 84, as Song 84, printed and published at Edinburgh, 1787, the song was considerably altered and “emendated”. It became so colourless, tasteless,' etc. Schon Stenhouse hatte behauptet, die überarbeitete Fassung in der er übrigens eine Verbesserung von Meisterhand erblickte) erscheine zuerst in Johnsons Museum, und diese Ansicht scheint heutzutage allgemein angenommen zu sein. Ich möchte demgegenüber darauf hinweisen, dass die moderne Version des Liedes bereits in einigen Sammlungen vor Johnsons Publikation von 1787 zu finden ist, wie in Thirty Scots Songs Adapted for a Voice and Harpsichord. By Robert Bremner. The Words by Allen Ramsey (sic!). 3 Book First London (ca. 1760), p. 12 und The Musical Miscellany (Perth 1786). Ob Scott Douglas' Hinweis auf die Sammlung The Blackbird, 1764, edited by William Hunter, etc. (The Library Edition of R. Burns, V 428) berechtigt ist, vermag ich nicht zu kontrollieren; die mir allein zugänglich gewesene Ausgabe von 1771 enthält noch die ältere Fassung des Liedes.

“If Love's a sweet Passion, why does it torment.' In seinen Roxburghe Ballads, VI 31, verbreitet sich Ebsworth über dieses in den meisten englischen Liederbüchern des 18. Jahrhunderts an

1 Uber die verschiedenen Fassungen von I 8 s. Ebsworth a. a. 0. 194. Die bekannteste Version ("She rose and let me in') erinnert an Balladenwendungen wie '[the Lady) rose up and let him in' (Glasgerion, X; Percy Folio Ms.).

2 S.{z. B. Baring-Goulds English Minstrelsie.

3 Liegt hier die Erklärung für Burns' bekannte Angabe (Remarks on Scottish Song): 'somebody, I believe it was Ramsay, took it into his head to clear [the song] of some seeming indelicacies,' etc.?

zutreffende Lyrikum. Merkwürdigerweise scheint ihm entgangen zu
sein, dass der erste Abschnitt des Liedes zum Teil wörtlich an Pe-
trarcas Sonett LXXXVIII angelehnt ist:

S'amor non è, che dunque è quel ch'i' sento?
Ma s' egli è amor, per Dio, che cosa e quale ?
Se buona, ond'è l'effetto aspro mortale?
Se ria, ond'è sì dolce ogni tormento?
S'a mia voglia ardo, ond'è 'l pianto e'l lamento?
S'a mal mio grado, il lamentar che vale?
0) viva morte, o dilettoso male,

Come puoi tanto in me s'io nol consento ? etc.
Behold the Hour, the Boat arrive.' H. Molenaar (R. Burns'
Beziehungen zur Litteratur, S. 103) weiss von italienischen Autoren,
mit denen Burns in Berührung gekommen sei, nur Petrarca und
Tasso anzuführen. Von grösserer Wichtigkeit aber, als diese Namen,
ist für den Schotten der einst so gefeierte Metastasio gewesen:
das Lied Behold the Hour, etc., das lange Zeit unter Burns' Namen
ging und das von ihm einem eigenen Lyrikum (s. The Centenary
Burns, III 265, IV 34) zu Grunde gelegt worden war, ist nichts
weiter als eine, aus der Feder David Dalrymples herrührende Über-
setzung der Canzone La Partenza:

Ecco quel fiero istante:
Nice, mia Nice, addio,
Come vivrd, ben mio,
Così lontan da te?
Io vivrò sempre in pene,
Io non avrò più bene;
E tu chi sa se mai

Ti sovverrai di me! etc.
Auch Elizabeth Carter versuchte sich an einer Übertragung des Ge-
dichtes; s. Poems on several Occasions, London (4 1789, p. 50), und
Pleyels XII Elegant Ballads, London (1792, p. 4).

“The Tears I shed must ever fall.' Der suggestive Eingangl;dieses von R. Burns als ‘song of genius' bezeichneten Liedes der Mrs. Dugald Stewart ist deutlich angeregt durch einige Zeilen aus Mallets Ode in the Mask of Alfred (A youth, adorn'd with ev'ry art):

The fatal ev’ning.
; · saw the tears I shed.' .'
Tears that must ever, ever fall,
For, ah! no sighs the past recall;

No cries awake the dead!
Berlin.

0. Ritter.
"The Land of Cakes.'
Nach Craigie (A Primer of Burns, p. 95) wäre diese Bezeich-
nung zuerst von Robert Fergusson gebraucht worden. Sie ist indes,

.

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