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vorfand. Hermann Wagner gibt a», daß am ersten Jnly sZmmtliche amylischm (Stärke) Substanzen vo» einem Gerstenkorn verschwunden waren, welches am 15. May

gcsäet worden war.

Ich erwähnte Gummi und Dextrin als synonyme Ausdrücke; ich that dies, um dem unwissenschaftliche» Leser eine klarere Idee über den in Frage liegende» Gegenstand beizubringen; allein , jeder Chemiker weiß wohl, daß ein sehr wichtiger Unterschied zwischen vegctabilcm Gummi und Dextrin besteht; nämlich: Dextrin ist sähiz, mittelst Schwefelsäure oder Diastase in Traubenzucker verwandelt zu werden, während Gummi unfähig ist, irgend einen solchen Wechsel zu durchgehen. In der Thicrökonomie mag Dextrin passend mit jenen Substanzen klassifizirt werden, welche in Blut übergehe»; der Magensaft verwandelt alle in den Magen aufgenommene Stärke in Dextrin. Gummi, aus der andere» Seite, wird nicht in die Cirkulaiiou aufzc»ommcn und ist offenbar als Nahruttgsartikcl von sehr geringer Wichtigkeit, obwohl seine chcinischc Constitution mit derjenigen von Stärke und Dextrin in gleichen Mischungsverhältnissen steht, nämlich:

Kohlenstoff. Wasserstoff. Sauerstoff.

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Nachdem soviel von dem chemischen Keimungsprozcß angegeben worden, mag nicht unpassend erwähttt werden, daß viele Physiologen de» Keimungsprozeß als einen Verbrennungsprozeß betrachten. Sic gelangten zu einer solchen Folgerung durch dieThatsache, daß Sauerstoff absorbirt und kohlensaures Gas entwickelt und cxhalirt wird; allein die Experimente von De Snussurs sind direkter Beweis, daß der Betrag der abgegebenen Kohlensäure im Verhältnis; zur Masse und nicht zur Anzahl der Samenkörner steht, was beweist, daß die Kohlensäure durch die Zersetzung der Stärke, als einen chemischen Prozeß, und nicht durch das Wachsthum des Embryo, als einen Lebcnsprozcß, produzirt wird. Es ist ferner bewiesen, daß das Verhältniß zwischen konsumirtcm Sauerstoff und entwickelter Kohlensäure nicht in allen Pflanzen dasselbe ist; diese Verhaltnisse müßten aber konstant sei», wenn die Verbrennnngstheoric richtig wäre. Boussinganlt machte die Entdeckung, daß die Prozesse in, albuminöscn Körper in Thätigkcit sind, nachdem das Keimen stattgefunden hat und die junge Pflanze dnrch ihre Wurzclund Blnmcnctttwicklmig einer unabhängigen Existenz fähig ist, welche jenem Prozesse allein als eigcnthümlich zugeschrieben wurde».

Am 24. Juni 1856, las Hon. Sidncy Godolphin Oölornc vor der „London Microscopical Society", eine Schrift über „vcgetabilc Zellenstruktur und ihre Formationen, wie sie in den frühen Stadien des Wachsthums der Weizcnpflanz? wahrgenommen werden," aus welcher das Folgcndc übcr das Kcimcn des WcizcnS kurz zusammcngestcllt ist. Mr. Osborne traf Anstalt, Wcizcnkörner keimend auf dem Gcrüstc dcs Mikroskop zu habcu und wnrdc hierdurch in den Stand gesetzt, jeden Wechsel, welcher stattfand, zu beobachte».

Das erste Symptom des Keimcns bei einem Wcizensamcn besteht in dem Freimachen cincr Art faserigen Netzwerkes von seiner Oberfläche, etwas ähnlich dem Mycclinm dicker der Schwämme, welche Vegctabilicn verheeren; beinahe zur selben Zeit sieht man den ganzen Samen aufschwellen und rücksichtlich der äußeren Decke durchsichtig werden. Beim Kcimnngspunkt des Samens erscheint nun eine sehr kleine Warze, gleich einer Hcrvorragunz klebrigen weißen Stoffes; diese treibt eine» Kegel derselben Substanz, nach oben sich richtend — die künftige riumuw; und mehrere andere ragen in einer geraden Linie hervor, um sich bald abwärts zu krümmen und die Wurzeln zu werden, Fig. 3. Dicfe Kegel, aus der hervordringenden Substanz, sprengen ihr äußeres Zcllcngewcbe (K.) In diesem frühen Stadium wird ein Wnrzclkegel ein sehr interessanter Gegenstand unter einem scharfen Miskroskop. An seiner Spitze (L. L. e., Fig. 3,) findet sich, was passend freie Zcllcnkapfcl genannt werden mag, etwas rantcn- oder diamantförmig am Ende, d. ,c, Fig. 65, welche aber gegen die Basis zu länger und schmaler wird. Diese freie Kapsel umhüllt die innere Spitze der wachsenden Wurzel, allein es findet sich ein leerer, zcllcnloscr Raum zwischen ihrer Basis und dem Thcilc der Spitze, welchen sie dort bedeckt. Unter diesem gczclllcn Kegel oder dieser Kapsel findet das Wachsthum der Wurzel statt, durch die Zcllenentwickluug an der Extremität der inner» Spitze oder Wurzel. Zu einer bestimmten Wachsthumspcriodc treibt jede Wurzel kleine Wurzeln oder Schößlinge «. s. Fig. 3. Diese bestehen aus lange», schmalen zcllcuähnlichcn Strukture», welche aus der Gegend der Fascrgcfäßbündcl der Hauxtwnrzcl hcrvorschicßc».

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Um die Funktion der Kapsel zu bestimmen (Fig. 65,) zog Mr. Osboru WciAnwurzeln in dcstillirtcm Wasser, in einer Auflösung von Alauu in mit (5armin, Scharlachroth und Indigo gefärbtem Qucllwasscr. Er behandelte das Wasser, in welchem sie wuchsen, mit verschiedenen befruchtenden Stoffen; es gelang ihm, eine Weizcnpflanze in einer starken Auflösung von Blausäure und Cyanid von Pottasche so zum Wachsen zu bringe», daß sie Blätter von vierzehn Zoll Länge produzirtc. Aus diese» Experimenten schließt er, daß das cpidcrmische Plasm Feuchtigkeit vo„ der Erde absorbirt; es erfordert in der That Feuchtigkeit, seine Elastizität zu bewahren, welche in dem bildenden Stoffe, den es absondert, einige der ihm gebotenen Stoffe verbindet; in was für einem Medium sie wachsen mag, werden dennoch die großen Quellen der Gesundheit und Stärke der Pflanze stets mittelst der Kapsel» oder Schwämmchc», des Terminus jeder Wurzel und Ncbenwurzcl, und ebenso durch die stets au den Exlrcinilätcn der zahllosen Schößlinge sich vorfindenden Zellen erhalten werden; denn es ist au diesen Punkten, wo er fand, daß die Zellenstruktur stets gierig einnahm, was immcr von fremdem Stoffe ihm in die Medien einzuführen gelaug, iu welchen die Pflanzen gezogen wurden.

Es kann nicht zweifelhaft sein, daß die Pflanze nicht allein gewisse chemische Bcstandthcilc erfordert, ihre Gefundhcit zu sichern, sondern daß diese ihr geboten werden müsse», wenn in einem Medium wachsend, welches den Kapseln der Wurzeln, Nebcnwurzclu und Schößlinge die äußerste Freiheit gestattet. Ei» höchst pulverisirtcr, magerer Boden würde ohne Zweifel Pflanzen besser zum Wachsen bringen, als ein fester, harter, zäher Boden, wie fruchtbar immcr er gemacht wurde. Wen» mau erwägt, was eine Wcizcmvurzel zu thnn hat, wie sie ihren Weg durch alle Arten Risse und unter allen Arten Material im Bode» zu foreircn und ihre Scitcuästc in selbe hincinznfiihrcn hat, werden wir bei der Schönheit der Fertigkeit von Bewunderung ergriffe», womit die Schwämmche» oder Kapseln, aus höchst elastischem Material gebaut, vorwärts schwimmen können, konsolidircnd, wie sie wachsen, und in sich den wachsende» Organismus eines Gerüstes tragend, das hinlänglich stark ist, alle nothwcndige Struktur in jeder Richtung, wie gewunden immer, welche z» nehmen sie gezwungen werden mag, in seiner gcsctzicn Ordnung zu tragen.

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Es findet sich in jedem der von den Wurzeln hervorgctriebeucn langen Schößlinge eine .Cirknlation", welche längs des äußeren Randes jedes Schößlings deutlich gesehen werden kann, laufend von der Pflanze gegen den stumpfen Punkt, aber keine Strömung wurde noch anfgcfpürt, welcher gegen die Wurzel zurückkehrt.

Um zu ermitteln, ob die Wurzeln der Weizcnpflanze Nahrung für die Pflanze von dem Medium aufnehmen, in welchem sie mittelst ihrer Kapsel» und derjenigen ihrer Vcrzweigttngc» wachsen, machte Mr. Osborn das folgende Experiment: .Mit dem Wunsche, einige Experimente über die Wirksamkeit des Gistcs zu mache», zog ich eine kleine Ernte in einer starken Auflösung von Blausäure mit Cyanid von Pottasche — dies verlieh Wurzeln und Blättern ei» sehr kräftiges WachSthum. Als die Wurzel eben etwa vier Zoll Länge erreicht hatte, fügte ich meinen Färbcstofs der Flüssigkeit bei, in der sie wuchs; ich wünschte zu sehen, ob dies irgendwo anfgenommcn würde, außer am Punkte der Verbindung der Kapseln mit der Spitze der Wurzel. Das Resultat ist, daß es nicht wurde; die Parcnchyma oder das äußere Zellgewebe ist farbelos; die Kapselzcllcn sind stark gefärbt; wenn sie ausgcschosscn waren, wurde in den natürlichen Zellen nichts gefärbt zurückgelassen, als sehr kleine Kerne, allein außer dem ganzen Lauf des Muskclbündcls entlang; hier wurde, was ich die Markröhren nenne, das Pigment einsaugend gesehen und es kann ihrem ganzen Lause entlang, d. h. länzS des ganzen WczeS des Wachsthums, welcher seit der Färbung der Auflösung gemacht wurde, verfolgt werden."

Es ist mit dem Wachsthuin der Wurzel» ein physiologisches Phänomenen verbunden, welches ich am gehörigen Platze zn erwähnen unterließ, nämlich: kurz nachdem die Wurzel O., Fig. 3, durch die Hülle gebrochen ist, entwickelte» sich ebenfalls die Scitenwurzcln 5'. auf beiden Seiten der Hauptwurzel. Die Hanptwurzcl „O," Fig. 3, stirbt schnell ab, nachdem die Scitcnwurzcln r. r. hinlänglich entwickelt sind, um Nahrung aus dem Boden oder de» Medien shervorzuarbcitcn, in denen sie wachsen und sich aus den Auswüchsen s, r, Fig. 2, welche deutlich im Embryo verfolgt werde,, können, entwickeln. Sic stehen in unmittelbarer Verbindung oder Gemeinschaft mit der Basis der ersten Blätter. Tiefe Seitcnwurzeln in ihrem jungen Zustande erweisen sich einzig als Scheiden, (K, K, K,) anS welche» i» einer späteren Periode die ächten Wurzeln, ?, 5, hervordringen. Diese Methode des Wnrzelwachsthums ist bei den Cerealpflanzen charakteristisch und ihnen eigenthümlich, und wird von den Botaniker» als eullorrllWl bezeichnet.

Nachdem wir so in Kürze den Kcimungsprozcß nnd die Bildung und das Wachsthum der Wurzel» beschriebe» haben, verdient die rwmui^ oder der zukünftige Stengel zunächst Beachtung. Oöbor» sagt: „ein sorgfältig geführter Schnitt durch die weiße Substanz, ans welcher die riumuia nnd Wurzeln hervorrage», gibt eine schöne Ansicht der frühen Bildung der erstcrc». Mehrcrc Lagen einer ovalspitzigcn Zellenstruktur werden wahrgenommen, die eine länger als die andcre, d. h. weiter im Wachsthum vorgeschritten, die kürzeste nnd jüngste sehr klein. Wenn von einander abgelöst, ist ihr Umriß der einer stumpfen Speerspitze (Fig. 5, ;in diesem Stadium besteht ihre Substanz ans einem zellcnartigc» Gcwebc, dessen Zellen sehr klein sind mit Rücksicht auf ihren dcrmalige» Spielraum, mit eher dicken Wanden von Plasm. Gegen ihre Basis, im Ccntrum einer jeden, ist die gut abgegrenzte Andeutung einer anfwärtsgchendcn Linie von Spiralfaser — dies sind die Embryoblättcr. Sie haben dasselbe cpidcrmischc PlaSm, wie die Wurzel», und in dasselbe hinein sieht man kleine Punkic sich erstrecken, die künftigen Haare ans dem Pffanzcnblatt. Sie haben Kapseln, soweit bis jetzt bestimmt werden kann, identisch in Struktur mit denen der Wurzel, obwohl enger an die bedeckte Substanz adhärircnd, und die sie bildenden Zellen trennen sich nicht in der Weise, wie sie es bei jenem Theilc der Pflanze thun. Wie die junge» Blätter sich bereite», in die äußere Welt ;u trete», falten sie sich der Länge »ach in einen sehr kleinen Umfang zusammen, Fig. ö, »nd führen, bis sie einen Zoll oder so des Wachsthnms erreicht haben, eine strohfarbene Zellenhiille von festem Gewebe mit sich, Fig. 5, ^. (Fig. 6, ein Theil derselbe» stark vergrößert,); diese scheint bestimmt, sie zu beschützen, wie sie ihren Weg durch den Boden forciren und bei ihrer ersten Aussetzung gegen das Wetter in der äußeren Welt." In diesem Stadium des Wachsthums wird Chlorophyll oder grün färbender Stoff in den Blättern vorhanden gefunden.

Es kann kein vernünftiger Zweifel walten, daß die Zcllcnhülle v, eine ähnliche Funktion für die Kapseln der Wurzeln, Fig. 65, vollzieht, das heißt, sie übt einen chemischen Einfluß ans den Boden aus, welcher unmittelbar über denselben liegt, den Bode» äußerst weich machend und dies in dem Grade, daß die zarte ,,iu,nuw denselben leicht durchdringe» kaim. Der Schreiber erinnert sich, die junge Wcizenpflanze ihren Weg aus einer Tiefe von mehreren Zoll durch einen kompakten Thonbodcn, über den ein Farmwagen so oft passirt hatte, daß er alle durch den Pflug oder die Egge zurückgelassenen Spuren ganz verwischt hatte, forciren gesehen zu haben.

Sobald die ?iuiu»i«, einen Zoll oder mehr durch die Erde gedrungen ist, erzeugt sie die ersten ächten Blätter, während der Centralknospcn bestimmt ist, der künftige Stengel zu werden. Das erste Experiment der jungen Pflanze ist, ei» Gelenk oder einen Knoten unmittelbar unter der Oberfläche des Bodens, und einen anderen gerade über demselben, zu bilden. Der obere dieser zwei Knoten ist der ächte Anfang des Stengels; das Gelenk unmittelbar unter dem Boden wird der Punkt, von welchem die sogenannte,! Kronwurzeln cinaniren welche für die Bereitung und Vertheilnng der künftigen Nahrung der Pflanze die Hauptwerkstättc sind.

Die ?iumuia ist von großer Wichtigkeit für die Existenz der Pflanze und durch sie kann leicht gezeigt werden, wie abhängig jedes Organ einer Pflanze vom anderen ist und wie harmonisch das Ganze seine bestimmte Funktion vollzieht. Wenn da5 „H c r z" derder Weizenpflanzc ausgerissen wird, wird es durch kein »cnes ersetzt werden, wie es mit dem Beine einer Spinne oder dem Kopfe einer Schnecke geschieht; sondern die Pflanze ein neues Schoß bilden und eine neue rwmuia, hcrvortreibcn. Werden jedoch im Frühlinz sämmtliche rinmnli« eines Bnschcl- oder vervielfachten Weizcnstengcls abgerissen, wird die Pflanze sterben, aus dem Umstände, weil das pnnktirte Zollenzcwebc, Fig. 3, g und 5, aus welchem sowohl die Wurzeln als die riumuw wachsen, losgetrennt sein werden; dieses Zcllcngcwebc scheint für die Vitalitat der Pflanze eben so wichtig, wie es das Rückenmark im Thicrreich für das Thier ist. Wenn ein Schnitt sorgfältig durch diese Substanz in einer Richtung geführt wird, welche den unteren Theil der piumui» nnd den Anfang der Wnrzcln einschließt, erhalten wir eine Ansicht der Basis des ganzen Gefäßsystems. Eine große Anzahl mit Grübchen versehener Zellen werden

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