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de» Anbau der Olive und anderer tropischer Fruchte sogleich erklärt. Die Schweizer und Tyroler Alpen beschützen es im Norden, während südlich desselben Afrika liegt, dazwischen das mittelländische Meer, ein ungeheures Reservoir von Hitze, welche von den Ebenen Afrika's über dasselbe hin geführt wird. Und dieser Gegenstand wird für uns noch deutlicher werden, wenn wir einen Blick auf einen anderen Theil der Erdoberfläche werfen — anf jenen Theil Rnßland's, welcher längs der Wolga , nördlich der kankasischen Gebirge und nördlich und nordöstlich von d« Crimm liegt. Wir finden dort wieder unser Klima beinahe rcproduzirt und aus sehr nahe denselben Ursachen.

Die Wirkung der Bergreihen südlich von unserem Staate würde weit größer sein, wenn sie sich weiter westlich erstreckten und wenn ihre Höhe sich nicht verminderte, wie sie in derselben Richtung sich ausdehnen. Wie die Sache liegt, hemmen sie die Winde vom Südwesten nur wenig und daher finden wir daS westliche Ohio warmer als das östliche, ein Umstand, welcher jedoch zum Theil durch die höhere Lage des letzteren verursacht ist. Ich spreche hier vom allgemeinen Klima des Staates, wohl wissend, daß es wieder durch spezielle örtliche Ursachen modifizirt wird, wie, znm Beispiel, längs der bedeutenden Flüsse und wo sich besondere topographische Schutzwehren gegen nördliche Winde finden.

Wir theilen in Ohio das allgemeine Klima des Mississippi Thales, und wäre es nicht wegen anderer Ursachen, auf welche wir nachher aufmerksam machen werden, müßte unser Staat merklich kälter als Indiana und Illinois sein, weil wir östlicher als diese Staaten sind, wodurch die warmen Südwestwinde uns erst erreichen, nachdem ihre Wärme vollständig extraHirt worden ist; und aus dem weiteren Grunde, weil er eine höhere Lage einnimmt und, wie bereits erklärt, an und für sich selbst in einem höheren Grade von den Südwinden abgesperrt ist. Durch Untersnchnng der Jsolhcrmallinicn, wie sie vom Smithsonian Institute bestimmt worden, finden wir, daß das Klima der Staaten und des Landes westlich von uns um ein Geringes wärmer werden, wie wir westlich gehen, und da sie von den vorgenannten Bergrcihcn weniger affizirt werden, komme» die warmen milden Winde, welche wir in Ohio haben, aus dein Südwesten, und diefe würden entschieden wärmer sein, wenn sie zu uns über ein Land, wie Afrika, kämen, statt über ein erhöhtes Land, wie Neu und Alt Mexiko und über die Rocky Mountains und Sierra Nevada, und wenn das Land westlich von uns nicht unS voranginge und von ihnen ihre meiste Wärme wegnehmen würde.

Hier wird wichtig, den Leser zu erinnern, daß der Continent von Südamerika, soweit er uns affizirt, nicht unmittelbar südlich von Nordamerika liegt; unsere LZngclinie in Ohio, zum Beispiel, durchschneidet den Acquator einige vier Grade westlich der westlichsten Küste Südamerikas, so daß, während Europa viel von der Sonnenhitze empfängt, welche durch direkte südliche Winde auf den Boden Afrika's geworfen wird und ebenso viel von der von Südamerika durch die cigenthümlichen Strömungen des Golfstromes, wir nicht die in unserem südlichen Contincnte abgelegte Hitze erhalten.

Wegen der Allczheny Reihe südlich von uns und der noch höheren Reihe der Rocky Mountains westlich von uns, über deren Kämme Hitze in den Ranm geht nnd zu einem sehr rednzirtcn Grade nur in die Thälcr und AbHange östlich und südlich derselben, erhalten wir nnr aus einem Quartier, dem Südwesten, unS zngeführte Wärme. Dicfc Südwestwinde sind für uns kältere Winde, als sie sonst sein würden, weil znr Zeit, wenn sie uns erreichen, sie, nach der AnsdruckSweise Hnmboldt's, .Landwinde" sind, beständig ihrer Wärme beraubt werdend, wie sie von Louisiana und Mississippi über Arkansas, Kentucky, Illinois und Indiana zu uns kommen — gerade wie die warmen Winde, welche dem westlichen Europa sein mildes Klima geben, kälter werden, wie sie östlich gehen, indem sie am Ende jenseits des östlichen Deutschlands und Polens, ihre Wärme verlieren. Die Länder westlich von de» Rocky Mountains sind, im Vergleich mit denen im Mississippi Thalc, der Hitze mehr geöffnet und nicht so offen gegen die Kälte, und läge ein weiter warmer Continent südlich von denselben, wie es der Fall mit E,iropa, durch Afrika, ist — wenn, zum Beispiel, Südamerika sechs oder sieben Grad weiter westlich läge und Mexiko und Kalifornien nicht ihre Sierra Nevada dazwischenschiebten — würde viel weniger Verschiedenheit in den Klimaten zwischen den Pacisie und Atlantic Thcilc» der Vcr. Staaten walte», als dermalen dort besteht.

Ich hoffe jedoch, nicht so verstanden zu werden, als behaupte ich, daß Ohio ein kaltes Klima besitze; der ganze Zweck dieses Artikels besteht einzig in einer Untersuchung »nscrcS Klimans im Vergleich mit dem anderer Länder. Vielleicht würde es besser gewesen sein, die Vcrglcichung eher mit ähnlich gestalteten Ländern, als nach Brcitcgraden, gemacht zu haben, und in jenem Falle würden wir finden, daß daS Clima unscrcs Staates nicht viel, wenn überhaupt, kälter ist, als das anderer ähnlich, gelegener Staate». Die ausgedehnten Wälder, welche seine Oberfläche bedecken, sind unlängbare Beweise, daß »»sei Boden ein guter Niederlagsort und Absöndcrer von Hitze ist, und daß er cigenthümliche Fähigkeiten besitzt, jene Hitze anzusammeln und dann selbe in einer nützlichen Form auf seiner Oberfläche zu rcproduziren. Die wallende, wellenförmige Oberfläche unseres Staates ist der große Vermittler in diesem Prozesse. Durch dieselbe geschieht es, daß die jedes Jahr auf unsere» Staat fallende Sonnenhitze in unserem Boden sorgfältig ausbewahrt wird und sehr wenig von derselben verloren geht. Ohio kann wenig Hitze von benachbarten Ländern erhalten, allein es adoptirt alle eigene und unsere großen Wälder sind die großen Zeugen dieser Milde unseres Bodens, während das Gras der Illinois Prärien der zwcrghastc Zeuge eines Landes ist, dessen Oberfläche es sehle» läßt, seine eigene Sonncnwärme zu adoptircn und gehörig unterzubringen.

Bei Betrachtung dcS Klimas von Ohio, Indiana und Illinois dürfen wir nicht vergessen, auf die Thalfachc gebührendes Gewicht zu lege», daß diese drei Staaten die Erhöhung bilden, über welche die marinen Südwcstwinde in das Thal des St. Lawrence Flusses gehe», und hinwiederum die kalte» Nordostwindc von Untcr-Canada und Labrador in das Mississippi Thal. Die Oberfläche Ohio's ist beträchtlich geschützt durch die Hochländer des westlichen New Bork und Pcnnsulvanien, welche in einem stuscnmäßigcn AbHange sich durch unseren Staat fortsetzen, besonders durch seine östlichen Counties, woher nordöstliche Winde ihre hauptsächliche Richtung längs des Eric Sce's und in das Mauincc und Wabash Thal, und diesem entlang, erhalten.

ES findet sich in Ohio ein hoher Landrücken, durchschnittlich einige 650 Fuß über dem Niveau des Sce's, von Ashtabula, den Quellen dcS Mnskingnm, Scioto und Miami nach Dark County sich erstreckend und die Thcilnngshöhe zwischen dem Thale des Ohio und dem des St. Lawrence bildend, welche thcils durch ihre nordöstliche Richtung, theils durch ihre nördlichen und südlichen Verzweigungen, die kalten Strömungen von Untcr-Canada und Labrador abhält und bedeutend modifizirt, und es ist sehr klar, daß Indiana und Illinois kcincn solchen Schutz habe»: eine Thatsache, welche, wenigstens mir, größteniheilS erklärt, warum dort so viele Thcilc ohne Bauholz sind. Hier muß ich wieder eine seltsame Bemerkung einführen, welche oft vom alten, oben angezogenen, Freunde gemacht wurde. Wenn nach der Ursache westlicher Prärien befragt, sagt er: „das Land steht zu sehr am Luftzüge und erkältet sich zu oft/

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Die Thatsache, daß Hudson's Bay, ein beständig offener See, unseren Nordamerikanischen Continent bis nahe zu dem fünfzigsten Grade nördlicher Breite durchdringt, muß in dieser Verbindung ebenfalls erwähnt werden, da er unzweifelhaft einen moderirendcn Einfluß auf das Klima des ganzen Landes um ihn herum übt und soweit es unseren Staat betrifft, nicht ohne seine Wirkungen ist. Die Seen dcßglcichen, für unS bcfondcrs der Erie See, tcmpcrircn für das ganze Land längs ihrer Küste die Hitze des Sommers und die Kälte des Winters, solange sie ungefroren bleibe».

Ich habe so die mehr allgemeinen, permanenten clcmcntärcn Ursachen aufgezählt, welche unser Klima ausmachen und welche Jahrhunderte existirt haben und fortcristircn werden. Es gibt jedoch Umstände, durch welche unser Klima verändert, angenehmer und gesunder gemacht werden wird z unter diesen sind: Lichtung der Wälder in unserem eigenen Staate und den angrenzenden Staaten und ganz besonders die Drainirung sumpfiger Ländercien und allmählig der großen Masse unseres Bodens.

Ich behalte mir jedoch eine Besprechung dieser Gegenstände für einen anderen Artikel vor, für welchen ich die diesem gewährte Begünstigung erhalten mag, wofern nicht wirklich eine graiisame Kritik mich abschrecken sollte. Ich bin mir mit großer Schüchternheit der Gefahr bewußt, dieJemand läuft, der es wagt, Artikel über Meteorologie und Klima zu schreiben, wenn er mit den technischen Ausdrücken nicht vertraut ist und wo seine Kcnntniß des Gegenstandes so oberflächlich ist, wie die meinige, und wie es einen Solchen strengem Kritizismus von Seite derjenigen Aussetzt, deren Empfindlichkeit er unglücklicher Weise anfgcweckt haben mag. Ich hoffe, allem Derartigen zu entgehen, und daß die voranstehendcn Zeilen vom Publikum aufgenommen werden als ein bescheidener Beitrag eines Solchen, welcher Mitmenschen nur nützlich zu sein wünscht, durch Mittheilmig von Thatsachen und Schlüssen, gezogen, wie er glaubt, ans korrekten Quellen, von denen er eine richtige Anwendung gemacht zu haben hofft.

Ein Versuch

über dm

Ursprung, das Wachsthum, die Arten :c. der Weizcnpflanze.

Von John H. Klippart.

Ursprung der Weizenpffanze.
Kapitel 1.

Als Barbarei und Unwissenheit dcr Civilisation und Aufklärung Raum gaben, boten sich von selbst neue Felder der Untersuchung dar und zogen die Ansmcrksamkcil der Gelehrten aller Zeitalter auf sich. Hervorragend unter den interessantesten dieser Gebiete der Untersuchung und Forschung waren Naturphenomcna, und wir finden in einer sehr frühen Periode der Geschichte der Menschheit große Aufmerksamkeit auf sie verwendet. Wege» der vielen wilde» und zu jener Zeit unkontrillirbaren wilden Thiere »ahm das Studium des Thicrrcichs die Aufmerksamkeit der Gelehrten in Anspruch. In den Zeitaltern vcrglcichungsweise größerer Verfeinerung in der Geschichte der Civilisation finden wir die größte Aufmerksamkeit dem Pflanzenreiche gewidmet; es hat die Aufmerksamkeit aller Klassen angezogen; so sehr, vielleicht, wegen der schönen, mannigfaltig gefärbten und wohlriechenden Blumen, womit es bezauberte, als wegen der mehr materiellen Nah« rungselemente, welche es liefert.

In dem aufgeklärten oder gegenwärtigen wissenschaftliche» Zeitalter — dein Zeitalter prüfender Forschung — dem Zeitalter, in welchem das Mikroskop uns die Wunder der Miniaturwelt enthüllt hat, wie das Teleskop in einem früheren Zeitalter es mit der Planetaren Welt that — dem Zeitalter, von welchem, wenn künftige Geschichtschrcibcr seine Ereignisse verzeichnen, sie mit Wahrheil sagen können, daß während dieser Periode jede organische und »»organische Substanz innert des menschlichen Bereiches chemischer Analvsis unterworfen wurde und die sie bildenden Elememente selbst in fast unendlich gc- > theiltem Detail bestimmt wurden — dieses Zeitalter war das erste, welches irgend eine besondere Anfmcrksamkit dem Mineralreich widmete.

Unter den mannigfaltigen und offenbar unterschiedene» Thicrraccn machten die Naturforscher die Wahrnehmung, daß viele analoge Eigentümlichkeiten zwischen Individuen bestehen, welche offenbar die Nachkommenschaft gcsöndcrtcr und weit verschiedener Borfahrcn waren. Eine sehr starke Achnlichkcit in der äußeren Bildung — der Struktur dcS Hufes sowohl, als der Gestalt desselben — dem Schweif — Kopf — Haar oder der Bedeckung zc. wurde am Pferde, Esel, Zebra und Quagga wahrgenommen. Wegen dieser Ähnlichkeit haben die Naturforscher sehr früh alle eben genannten Thie« in eine Gruppe gestellt und sie Pferdcgruppe oder Gattungen genannt, nnd jedes zu diefcr Gruppe gehörende Thier wird als von der Pferdcart oder Pferdegattung genannt. Der Löwe, Tiger, Leopard, die Katze und andere Thiere mit langen steifen Haaren an der Oberlippe — mit in Zehen gcthcilteni Fuße, und welche sich ducken und auf ihre Beute loSspringcn, werden als von der Katzenart oder Gattung genannt. Auf diese Weise haben Naturforscher alle bekannten Thiere der Welt in Gruppen geordnet. Die Gruppen, wie die Pferdcgruppe oder Katzcngrnppe werden ««»^ nnd die individuelle» Verschicdciihcnhcitcn oder Arten «peei«« genannt. In Fälle», wo mehrere Genera analoge Eigenschaften besitzen, bilden sie eine große Gruppe, welche Ordnung oder Familie genannt wird; analoge Ordnungen werden dann in Klassen geordnet.

Im Pflanzenreich wurde eine ähnliche Anordnung in Klassen, Ordnungen, Genera und Spccics erhalten, gegründet jedoch auf Eigenschaften mid Merkmale, welche einzig nach Art von denen des Thicrrcichcs abweichen. Botaniker machen zwei große Eintheilungc» des ganze» Pflanzenreichs: — die eine ist gebildet aus alle» Bliithen- oder phänogamcn Pflanzen, die andere aus blüthcnlosen oder cryplogamen Pflanzen. Die Bliithen der Blüthenpflanzen dienen zur Basis eines Systems der Classifikaiio» in Genera nnd Spccics. Keiner, welcher Beobachtungen gcmacbt hat, konnte fehlen, die große Achnlichkeit zu bemerken, welche geboten wird in den Bliithen des Ncttigs, Kohls, Senfs, der Rübe, des Baucrnsenfs, Pillenfarns nnd Mcerrcttigs; alle diese und viele mehr werden die Rübenfamilic, oder Orucif««, genannt. Nicht allein besteht eine große Achnlichkeit zwischen den Bliithen der Erbse, Bohne, Wicke und Wolssbohne, sondern anch die Frucht einer jede» dieser ist i» eine ähnliche Hülse eingeschlossen z — daher werden diese Pflanzen von Botanikern in dieselbe Gruppe gestellt und die Erb>cnfamilie oder i.eFui>nil«sW genannt. Auf ähnliche Weise wurden alle bekannten Pflanzen von Linusens nnd anderen Botanikern klassifizirt.

Das Pflanzenreich wird ferner cingethcilt oder untcrabgcthcilt in Lxo^evz nnd LugoFens, odcr in jcne Pflanzen, welche durch jährliche Lagen zwischen der Rinde und dem Marke des HolzeS wachsen, wie die Eiche, der Hickory :c., und jcne, welche nicht so wachsen, wie der Mais, Weizen, Hafer :c. Dicfc zwei Einthcilungcn werde» ferner untcrabgcthcilt in Manocotvledoncn oder Pflanzen, deren Samen eine ganz solide Masse ist, wie ein Kern von Weizen, Roggen odcr Kor» z nnd Dicotvledoncn oder Pflanzen, deren Samen aus zwei Thcilcn zusammengesetzt ist, wie die Bohne, Eichel, Kastanie :c.

Ebenso wnrde das Mineralreich analusirt und klassifizirt; der u»tcrscheidc»de Zug der Gruppen ist ein Vorherrschen eines gewissen Minerals, Metalls oder Erdstosscs in der Zusammensetzung irgend eines Individuums der Gruppe. Alabaster, Pariser Mörtel, Bittersalz, Fascrkalk, Mergel :c. gehören zur Kalkfamilie, weil Kalk in ihrer Zusammensetzung vorherrscht; der Topaz, Rubi», Smaragd und Alaun werden unter die Rubrik Alumina geordnet, wegen des Vorhcrrschens des letztgenannten Minerals in der Zusammensetzung; und Quarz, Agat, Jaspis, Amethyst, Sand und Onyx unter die von Silica, weil der Kiesel die Basis dieser Gesteine ist.

Es wird nun von einer Klasse Theoretiker geltend gemacht, daß, einschließlich der Fossilien dcS Thier- und Pflanzenreichs, eine Reihe progressiver Entwicklungsformcn verfolgt werden könne, beginnend mit dein einfachsten Krystall ans der einen Hand nnd von

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