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sind, vermehren mid verbessern die produktive Maschinerie, dirrch deren Gebrauch die Masse Zeit gewonnen hatte, jenen vermehrten Stock von Belehrung und Geisteskraft zu «werben, welcher, gehörig angewendet, die Totalsumme des menschlichen Vorranges in der Schöpfung ausmacht.

So stufenweise von der Barbarei zur Civilisation, und von bloßer Civilisation zur Verfeinerung und geistigen Höhe aufsteigend, sind Gesellschaft und die, selbe bildenden, Individuen den Werkzeugen und Maschinen für die Vermehrung der Produktivität der Arbeit und die Vervollkommnung ihrer Produkte fortwährend verpflichtet geworden, welche Werkzeuge und Maschinen die Geschicklichkeit, langsam und mühevoll anfangs, schneller bei jeder folgenden Stufe des Fortschrittes, erworben, verfertigte und für die Zwecke der Produktion anwandte; und in nicht geringcrem Grade sind sie verpflichtet dem Systeme der Arbeitstheilnng und des daraus hervorgehenden Austausches für eine» mächtigen Ansporn zu noch größeren Verbesserungen in den Mitteln und Produkten der Arbeit und für die Verbreitung von Kenntnissen und die daherige Vermehrung von Material und geistigem Gennß.

Der Mensch lebt von den Produkten der Erde, welche entweder von der Natur aus sich selbst hervorgebracht oder durch seine Arbeit in Quantität vermehrt oder in Qualität modisizirt werden, sei es in gerade der Weise ihrer Entwicklung aus der Erde oder in den folgenden Wechseln, welche durch seine Geschicklichkeit an ihnen zu dem Zwecke bewirkt werden, sie für seinen Comfort nnd den angemessenen Unterhalt und Schutz scincS Körpers oder die Befriedigung seiner Sinne und seiner Intelligenz förderlicher zu machen.

Alles was demnach die Arbeit des Menschen, direkte oder indirekte angewendet, thun kann, besteht darin, Wechsel in den Stoffen, welche ihm die Natur geliefert hat, zu bewirken, und diese Wechsel werden auf drei Arten rednzirt, welche sind: Wechsel der Form, Wechsel des Ortes und Wechsel des Eigen th um svcrhältnisses — und alle diese Wechsel werden in ausgedehnter Weise fast unmerklich durch, mittelst für jede Art von Wechsel geeigneter, Maschineric erleichtert.

Ein flüchtiger Blick auf einige der Mechanismen, durch welche diese Wessel uun bewirkt werden und durch welche sie theilweise früher bewirkt wurde», wird nicht allein interessant, sonder instruktiv sein, und besser als irgend ci» anderes Mittel dazu dienen, die Wichtigkeit des Gegenstandes in ein klares Licht zu stellen.

Der Wechsel der Form bezieht sich auf die Verwandlung der Produkte der Erde in Nahrung, Kleidung, Häuser, Werkzeuge der Arbeit, Verthcidigung, des Angriffes nnd Vergnügens und beginnt durch Vermehrung der Quantität dieser Naturprodukte an einem gegebenen Orte; dann verbessert er ihre Qualität nnd verändert hernach ihre Form in einem größeren oder geringeren Umfange, um den Zwecken des Lebens zu dienen. So wurde durch die langsam und allmählig erworbene Geschicklichkeit die Form von beinahe jedem Vcgetabil, welches als Nahrung des Menschen dient, verändert; so der Pfirsich von einer ungesunden, ungenießbaren, bittern, wilden Frucht in einen der köstlichsten und schmackhaftesten Leckerbissen; der Apfel von einer sauren und widerlichen Obstart, in eine sehr gesuchte und gesunde Delikatesse; der Weizen von einem nnbcdcutcndcn Grase, AezilopZ, in unsere nun unentbehrliche Lcbensstützc; und so wurde von beinahe jeder vom Menschen knltivirtcn Pflanze die Form, selbst des Wachsthnms, so verändert, daß es oft schwierig oder unmöglich hält, die ursprüngliche Form des verbesserten vcge« tabilcn Produkts zu bestimmen. Und dieser Wechsel der Form und relativen Qnani eines gegebenen Vegetabils reicht zurück auf einen Wechsel der Form der uuorga»ischen Elemente selbst und der Mensch ist so in den Stand gesetzt, auf indirekte Weise zwar, es ist wahr, aber nicht destowcnizer sicher, jene Elemente, in ihrem unmodifizirtcn Zustande für ihn nutzlos oder schädlich, in die sogar wesentlichen Bedingungen seines phv« fischen Comforts und Wohlbefindens umzugestalten. Man betrachte für einen Augenblick den Betrag von Kohlensaure, welche aus einer positiv verderblichen in eine entschieden nützliche Form beim Anbaue eines einzelnen Ackers Weizen, Korn, Zucker, Baumwolle oder irgend einer anderen Pflanze verwandelt worden ist, und nicht dieses eine Material allein, sondern alle anderen, welche in die Constitution vegetabilcr Produktionen treten, werde» durch des Menschen, direkte oder indirekte wirkende, Arbeit in eine solche Form verändert, daß sie zu den Mitteln für die Erhaltung seines Lebens oder die Vermehrung seiner Genüsse beitragen.

Der Formwechscl bei den Produkten der Erde wird dnrcb des Menschen Arbeit bewirkt, nachdem ihr Wachsthum vollendet ist, wie denn der Weizen am Stroh gereinigt wird, abgetrennt, gemahlen und auf andere Weife für die Consumtion in einer Mannig, faltigkeit endlicher Formen prciparirt, — der Saft des Zuckerrohrs wird in Zucker verwandelt, die Faser der Baumwollcnpflanze,deS Flachses und Hanfes in Tuch und andere Geweb?, um auf die mannigfaltigste Weise de» Zwecken des Lebens zu dienen, und so fort ins Unbcgränzte.

Der Mmcralrcichthum der Erde ist ebenfalls Gegenstand des Formwechscls, nach der Willkür des Menschen, und der nutzlose Erzklumpcn wird auf seinen Befehl die Art, das Schwert oder selbst die Feder, welche jene beide an Macht übertrifft, — die Pflugschar und das Gartenmesser, des Kriegers Speer »nd Panzer sind sämmtlich durch seine Hand für ihre verschiedene» Gebraucksarten geformt worden. Diese Verwandlung der verschiedenen Mineralien in für den Menschen nützliche Formen, vermehrt sich in direktem Verhältnis? zu seiner Zunahme an Kcnntniß und Intelligenz und ist zugleich das Mittel und der Exponent seiner intellektuellen Kraft. Ohne Kcnntniß und Geschick liegen die Mctallcrzc nutzlos auf oder unter der Erdoberfläche; hat aber der Mensch, gleichviel auf welche Weise, sie in neue Formen und Combinationc» zu bilden gelernt, werden sie auf einmal die wirksamsten Hülfsmittel in seinen Anstrengungen, irgend welche oder alle der Produktionskräftc der Natur sich zu unterwerfen und zu leiten und all die Wechsel zu bewirken, welche zu seiner Sicherheit oder zu seinem Glücke »otbwciidig sein mögen.

Feuer bewirkt einen Formwechsel und rcduzirt die Metalle aus ihren Erzen und setzt sie in Stand, leichter in eine Form gegossen oder geschlagen werden zu können. Dann kömmt der Hammer und die Axt zum Vorschein und mit Hülfe dieser werden Pflugschar und Pflugbalkcn geformt und ausgerüstet; mit diesen wird der Schoos; der Erde geöffnet, welche ihren Kindern die Nahrung und Kleidung für ihre Körper hcrvorgibt.

Allein, immerwährende Arbeit ist Sklaverei — der Mensch sehnt sich, Herr von noch mehr Dienern zur Verrichtung seiner Arbeit zn werden, und das glühende Feuer und der klappernde Hammer modeln und gestalten, ordnen »nd disponiren unter seinem leitenden Geschick, bis all die komplizirtcn Mechanismen dieser Zeit, welche die Arbeit verrichten, welche zu verrichten mehr denn die vereinigte Anstrengung von zehn solcher Welten, wie die unserige, ununterstützt durch sie, verlangen würde, ans dem fruchtbaren Geiste des Weisen und Philosophen sich entwickelt haben, um de» Menschen auS seiner Knechtschaft zu befreien und ihm die Vorrathshäuser intellektuellen Gcnusse-Z zu öffnen. Laßt uns einen Augenblick die Wirkung einiger Formwcchsel und ein paar Arbeit ersparende Mechanismen der Gegenwart betrachten und ihre Wirkung auf die Wohlfahrt der Menschheit beobachten, und zwar wollen wir unter diesen zuerst das Schicßpulver und seine Anwcndnng betrachten, es als eines der das Glück und hohe Alter des Menschen am meisten fördernden Mechanismen bezeichnend, welche je in's Dasein gerufen wurden. Und daß eS ein Mittel war, bis zu einem fast unbcrcchenbas ren Grade die Civilisation auszubreiten und das menschliche Lebe» zu erhalten, mag aus den folgenden Betrachtungen gefolgert werden, welche auf viele Seiten ausgedehnt werden könnten, welche aber die Wahrheit des Satzes dem intelligenten Geiste deutlich genug machen, ohne daß es nöthig wäre, in so lange Details und Erläntcrnngcn einzugehen, als der Umfang des Gegenstandes gestatten und selbst angemessen machen würde, wenn Zeit und Raum es rechtfertigten.

Vor Erfindung und Amvendnng des furchtbar zerstörenden Mittels, als Feuerwaffe bekannt, war die Welt so langsam und in so wenigen isolirten Gegenden der Civilisation entgegengeschritten, daß bei weitem der größere Thcil in völlige Barbarei versunken war. Mit den wenigen damals besessenen wirksamen Angriffs- und Vertheidigungsmittcl» war die Menschheit an vielen Orten kaum im Stande, ihre Position gegen die Verheerungen der Raubthiere zu behaupten, war aber außer Stande die Wälder aus ihrem Naturzustande zurückzurufen und sie in sicher bewohnbare Felder und Städte zu verwandeln. Das wilde Leben einer großen Mehrheit der Bevölkerung führte zu fortwährenden Kriegen und Verwüstungen, und selbst unter deu am meisten zivilisirten Nationen, welche vor Erfindung des Schießpulvers eristirte», öffnete persönliche Tapferkeit auf dem Schlachtfelde allein den Weg zur Auszeichnung und Ehre und der Krieg mit all seinen Schrecken war das Geschäft der Welt. Thatkraft, Talente und Gewandtheit des Ehrgeizigen und Geistesgroßen waren beinahe ausschließlich in den Künste» des Kriegs beschäftigt nnd so waren fast alle wirksamen Geister des Zeitalters vom Geschäfte der Produktion zu dem der Zerstörung abgezogen. Die fortwährende Aussetzung und die beständigen Gefahren des Lagerlebens mit den Engros Morden der Schlachtfelder entzogen jeder Commune die stärkste und wirksamste Arbeitskraft, um in eitlem Streben nach Ruhm verschwendet zu werden. Hunger und Pestilenz waren die Begleiter und Gchülfcn dcö Krieges und in ihren vereinigten Verheerungen wurden Alter und Geschlecht mißachtet — die Ehemänner und Väter gingen durch Krieg zu Grunde, die Weiber und Kinder aus Mangel nnd durch Krankheit, während Grausamkeit und Blutvergießen, Raub und Schwclgcrci die Nationen mit dem schrecklichen Siegel ihrer Erniedrigung stempelten. Unwissenheit und Laster, die Begleiter des kriegerischen Lebens, verbauten den Weg, durch welchen die sanften Künste des Friedens ihre Verehrer z»r Weisheit nnd Güte führen.

Allein das Aussehen und die Loose des Krieges wurden durch die Erfindung der Maschine» des Todes gewechselt und das, was die Schlacht mörderischer und furchtbarer machte, endete den Kampf um so schneller. Die Zerstörung des Lebens, sicherer und schleuniger, verkürzt die Dauer des Kampfes und die Ucberlebenden finden sich um so schneller im Stande, zu den üblichen und produktiven Berufsartcn des Friedens zurückzukehren, und selbst angenommen, die Anzahl im Treffen Gefallener sei nun gleich dem, was sie früher war, so findet sich dennoch im Ganzen eine große Ersparniß an Arbeitskraft in der viel schnelleren Rückkehr der Lebenden zu der Werkstätte und dem Pflug. Hierdurch entsteht eine Ersparniß an Zeit und Leben, welche für die Commune wcrthvoll gemacht weiden kann; allein es gibt »och andere Vorthcile, welche ans der Verminderung der Dauer der schlechten Einflüsse des Krieges fließen, wie das verminderte Eintreten von Theurung und Hunger, die kürzere Zeitdauer, während welcher der Soldat sittcn, verderblichen Einflüssen ausgesetzt ist und die Entfernung jener Einflüsse, während sie existirc», von dem ganzen Volke und Einschränkung derselben durch einen gleichsam mo« ralischen Sichcrhcitskordon auf die »»mittelbare Nachbarschaft der enger umschriebenen Sphäre der Thätigkcit, ans welche Armeen min eingegrenzt sind.

Wenn der Krieg überhaupt nothwendig ist, was er nicht mehr sein wird, wenn die humgnisircnden Einflüsse des Friedens und intellektueller und moralischer Cultur allgemeiner gekannt und anerkannt sei» werden, so hat doch der Gebrauch von Feuerwaffen die Arbeit des Geschäfts der Menschciischlächtcrci in unberechenbarer Weise vermindert und je vollkommener die Mittel der Zerstörung, desto weniger hänsig wird ihr Gebrauch für nothwendig gehalten werden, bis die Nationen der Erde „den Krieg nicht mehr lernen werden."

Nebst den wichtigen, Arbeit ersparenden Eigenschaften, welche im vorangehenden Paragraphen erwähnt sind, sind die Gebrauchsarten des Schießpnlvcrs kaum weniger wichtig in den Künsten des Friedens. Das Sprengen der Felsen beim Baue jener mächtigen Werke der zivilisirten Welt, des Canals und der Eisenbahn, hat oft in weniSekundcn Zeit die Arbeit verrichtet, welche sonst nur mit einem Aufwand der Arbeitskraft Hunderter von Menschen während Tagen oder Wochen ausgeführt worden wäre.

Noch eine Illustrativ» der Wirkung des Schicßpnlvers, bevor wir zur Betrachtung eines anderen Gegenstandes übergehen. Seine Wirkungen als ein Beförderungsmittel der Civilisation können ferner aus der Thatsache geschlossen werden, daß als der Krieg dnrch rohe Gewalt geführt wurde, die rohen und barbarischen Nationen es waren, deren einzige Beschäftigung der Krieg war, welche nur zu oft die Eroberer und Unterdrücker der mehr friedlichen und verfeinerten, der mehr zivilisirten Nationen waren, und dnrch diefcs Mittel hielten die verderblichen Eiuflüsse der Barbarei die langsam fortschreitende Civilisation der Welt ans und trieben sie oft zurück. Allein der Gebrauch des Schicßpulvcrs glich sofort die physische Stärke der kämpfenden Parteien aus und gab der intellektuellen Kraft jenes Uebcrgewicht, welches die Civilisation befähigte, standhaft Eingriffe in die Barbarei z» thnn, und sie wird auf diesem Wege fortfahren, bis kein Wilder ans dem Angesichte der Erde mehr sein wird — bis Alle sich den milde» Einflüssen ntcllcktnellcr Entwicklung werden ergeben haben oder in vergeblichen Versuchen, ihren Fortschritt anfznhaltcn, werden zu Grunde gegangen sei».

Des Seefahrers Compaß, ein kleines Ding und einfach in seinem Gebrauche, war de» Alten unbekannt, und die Gefahren der Schifffahrt und die große Länge der Zeit, welche znr Ausführung von Seereisen, welche nun von kurzer Dauer sind, erfordert wurde, hielt die Nationen der Erde so sehr entfremdet, daß die auf der einen Seite des Globus lebenden nichts von jenen auf der anderen Seite, ja nicht einmal etwas von ihrer Existenz wußten. Die weit größere Zeitlänge, welche erfordert wnrde, eine gegebene Reise auszuführen und die Gefahren der Tiefe, denen der Matrose ausgesetzt war, machten sein Leben zu einem der gefahrvollsten. Allein der Compaß, und später der Sextant und der Chronometer, in den Händen der Wissenschaft, haben diese Gefahren und Verzögerungen in unbegreiflicher Weise vermindert. Zur Zeit Heinrichs des Zweiten von England, wnrde sein Sohn, William Longsword, auf einer Reise von Frankreich nach England drei Monate lang auf den Wellen herumgeworfen, während nun eine Woche, selbst ohne Hülfe des Dampfes, und bei sehr ungünstigem Wetter, als eine sehr lange Zeit für die Reise betrachtet würde. ,

Der Compaß machte alle Thcile der Erde zivilisirtcn Nationen zugänglich — er machte die Schifffahrt sicherer — verminderte die zur Ausführung einer Reise erforderte Zeit um vieles — ersparte so Zeit und Leben und machte Kenntniß und ihre verbessernden Einflüsse ans manchem Fleck dieser frischen Erde geltend, der früher der Wohnsitz der Erniedrigung und völligen Barbarei war. Wer vermag für einen Augenblick sich vorzustellen, was für einen Verlust an Zeit und eine Verschwendung von Arbeit man erleiden würde, wäre die Uhr nie erfunden worden, den Fortschritt der Stunden anzuzeigen oder wenn sie selbst aufhören würde, die Todtcnglocke der scheidenden Sekunden zu ticken? Man lasse irgend einen Menschen in einer zivilisirtcn und geschäftlichen Commune wenige Tage lang alle Beziehung auf eine Beobachtung „gesetzter Zeiten und Jahreszeiten* außer Acht setzen, und er wird in seinem Verkehr mit einer thätlgen Welt finden, daß er seine Arbeit bald zu spät bald zu früh verwendet mit Rücksicht auf den Moment, wo sie am ergiebigsten an Resultaten sein würde, und er würde bald durch schmerzliche Erfahrung die Entdeckung machen, daß, um seine Nolle im Drama des Lebens gut zu spielen, eine stete Beziehung auf die, die Arbeit ordnenden, Qualitäten der Uhr unvermeidlich nothwendig ist.

Die ganze Welt lag in einem undurchdringlichen Dunkel der langen Nacht der Unwissenheit, mit nur hier und dort eiucm Lichtstrahl, der ausser Feder eines Schriftstellers floß, wie von dem Stabe eines Zauberers, um die Dunkelheit aufzuhellen und sie für einen Augenblick sichtbar zu machen. Der Gedankenaustausch, der Verkehr der Intelligenz, besaß keine Arbeit ersparende Maschinerie und in der That nur Wenige aus der ganzen Menschheit fanden je Zutritt zum Tempel der Weisheit und selbst jene Wenigen waren außer Stande, ihre Vorrathshäuser von Kenntnissen zu erforschen — die Schlüssel, welche erfordert waren, das Heiligthum der Wissenschaft zu öffnen, fehlten und selbst der am meisten Strebsame konnte nur die Außeuhöfe des Tempels betreten.

Alle Bücher, in welchen die Untersuchungen der Forscher nach Wahrheit und Beobachter vorübergehender Ereignisse verzeichnet standen, wurden nur langsam und mühevoll durch die Arbeit des Abschreibers vermehrt und es waren in der That Wenige so glücklich, einen solchen Schatz, wie selbst nur einen Band, zu besitzen. „DieKönigliche Bibliothek von Paris bestand in 1378 aus neunhundert und neun Bänden — ein? außerordentliche Anzahl" für das Zeitalter. „Dieselbe Bibliothek umfaßt jetzt über sechshundert Tausend Bände," und ans allen Daten, nach welchen eine Berechnung zu bilden ist, kann mit Sicherheit gefolgert werden, daß, wo von den arbeitenden Klassen im vierzehnten Jahrhundert ein Band erlangt werden konnte, sie gegenwärtig ebenso leicht vierhundert Tausend sich anschaffcn können. „Noch 1539 wurde in England die Bibel, welche nun unentgeldlich vertheilt wird, in die Kirchen gelegt und oft zum Gebrauche des gemeinen Volkes an das Pult festgebunden, und die Menge versammelte sich, um sie von denjenigen lesen zu hören, welche für diesen Zweck hinlängliche Bildung hatten."

Allein, als des Himmels bestes Geschenk für den Menschen, das Mittel, die Schätze der Erkenntniß, Wissenschatt und Weisheit in den Bereich eines jeden Geistes zu bringen, wurde die Buchdruckerkunst erfunden. Wird zu viel gesagt, wcnn man erklärt, daß sie den Erfindern geoffcnbart worden? Mit den geringsten jetzt für den Zweck gebrauchten mechanischen Hülfsmitteln ist ein Mann auf einmal im Stande, in Vermehrung der

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